Wenn Corona will, steht (fast) alles still, Update 53 vom 07.05.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Am 24.04.2020 war es so weit. Ein für viele bayrische Bürger und darüber hinaus entscheidende Meldung wurde in allen Kanälen direkt übertragen. Ministerpräsident Markus Söder und der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter gaben bekannt, dass das Oktoberfest in diesem Jahr ausfallen wird. Es ist immerhin das größte Volksfest der Welt mit mehreren Millionen Besuchern. Auch das Deutsche Landwirtschaftsfest hängt daran und fällt aus. Für mich waren die Worte des Bedauerns interessant. „Das Oktoberfest ist für viele Menschen in Bayern ein Anker in ihrem Leben“. So das Urteil von Dieter Reiter. Tatsächlich habe ich dieses Bild jetzt öfters gehört. Zum Beispiel hat der deutsche Radfahrer Maximilian Schachmann die Tour de France so bezeichnet.

Das zeigt mir, dass diese Bild eines Ankers offenbar trägt, um Punkte des Festhaltens zu beschreiben. Ich habe erst bei meiner Reise in das Baltikum und bei der Rückreise über Finnland und Schweden im Jahr 2017 zum ersten Mal diese riesigen Kreuzfahrtschiffe persönlich gesehen. Das sind wirklich mächtige Schiffe. Direkt davor stehend, können sie mir Angst einjagen. Mehrere Tausend Reisende können die größten unter ihnen beherbergen. Am Ufer angekommen, müssen große Anker diese Schiffe befestigen, sonst treiben sie ab.

Ich frage mich: Was lässt mich an meinem Leben abtreiben? Wo benötige ich in meinem Leben solch einen festen Halt, damit ich nicht ziellos im Meer des Lebens herumtreibe? Welcher Anker hält mich fest? Ich denke, dass es wichtig ist, wenn Menschen solche feste Anker für ihr Leben finden. Das eigene Leben wird oft genug als Sturm empfunden. Jeder kann froh sein, wenn Menschen oder bestimmte Dinge Sicherheit geben.

Es ist interessant, dass es in der Bibel (nur) zwei Stellen gibt, bei denen dieses Wort „Anker“ genannt ist. Die eine Belegstelle meint einen realen Anker. In der Apostelgeschichte im 27. Kapitel wird die Schifffahrt von Paulus nach Rom beschrieben. Er erleidet nach einem Sturm mit den anderen Mitreisenden einen Schiffbruch. Als sie sich alle retten wollten, wird das auch mit dem Umgang vom Anker auf dem Schiff beschrieben. Im Hebräerbrief wird im 6. Kapitel, Vers 19 dieser Anker im übertragenen Sinn gebraucht. Jesus wird als ein sicherer Anker unserer Seele beschrieben: „So sollten wir durch zwei Zusagen nicht wanken – denn es ist unmöglich, dass Gott lügt – einen starken Trost haben, die wir unsre Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung. Diese haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele, der auch hineinreicht bis in das Innere hinter dem Vorhang“. Für mich persönlich drückt das Lied von Albert Frey „Anker in der Zeit“ sehr stark aus, woran ich mich selbst auch mitten in dieser Krise halten kann:

„Es gibt bedingungslose Liebe, die alles trägt und nie vergeht, und unerschütterliche Hoffnung, die jeden Text der Zeit besteht. Es gibt ein Licht, das uns den Weg weist, auch wenn wir jetzt nicht alles sehn. Es gibt Gewissheit unsres Glaubens, auch wenn wir manches nicht verstehn.

Es gibt Versöhnung selbst für Feinde, und echten Frieden nach dem Streit. Vergebung für die schlimmsten Sünden, ein neuer Anfang jederzeit. Es gibt ein ewges Reich des Friedens in unsrer Mitte lebt es schon: Ein Stück vom Himmel hier auf Erden in Jesus Christus, Gottes Sohn.

Er ist das Zentrum der Geschichte, er ist der Anker in der Zeit. Er ist der Ursprung alles Lebens und unser Ziel in Ewigkeit, und unser Ziel in Ewigkeit.

Es gibt die wunderbare Heilung, die letzte Rettung in der Not. Und es gibt Trost in Schmerz und Leiden, ewiges Leben nach dem Tod. Es gibt Gerechtigkeit für alle, für unsre Treue ewgen Lohn. Es gibt ein Hochzeitsmahl für immer, mit Jesus Christus, Gottes Sohn.

Er ist das Zentrum der Geschichte, er ist der Anker in der Zeit. Er ist der Ursprung alles Lebens und unser Ziel in Ewigkeit, und unser Ziel in Ewigkeit“.

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