Archiv des Autors: Pfr. Gerhard Metzger

Das etwas andere Weihnachten

Wie schon im vergangenen Jahr musste auch diesmal genau organisiert werden, wie die Gottesdienste am Hl. Abend gestaltet werden sollten. Der Kirchenvorstand hat sich dazu entschlossen, alle vier traditionelle Gottesdienste mit der 3 G Regel durchzuführen. Damit waren wir vom Wetter unabhängig, was sich als großer Vorteil erwies. Schließlich nieselte und regnete es. Beim Familiengottesdienst am Nachmittag um 16.00 Uhr wurde das Weihnachtsmusical aber nicht präsentisch aufgeführt, sondern als Video gezeigt.

Wer das Video anschauen will: https://youtu.be/zsW4MrjYfFU

Die Musikgruppe begleitete die Lieder.

Beim Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ wurden alle Lichter ausgeschaltet und es entstand trotz der Coronapandemie eine „heimelige“ Atmosphäre.

Das geknickte Rohr

Klein aber fein und in einer besonderen Stimmung, feierten wir den Dezember Vitamin C Gottesdienst. Auf der Playlist der Band fand man natürlich auch dieses Jahr „Mary’s boy child“ von Boni M. das einen gewisses Flair in unsere Thomaskirche trug.

„Ein geknicktes Schilfrohr zerbricht er nicht. Einen glimmenden Docht löscht er nicht aus.“ Das war die Kernbotschaft des Gottesdienstes. Auch wenn das Leben anders verläuft, wie ich mir es vorgestellt habe. Wenn Lebensschatten meine Biographie verdunkeln – mir die Sicht versperren. Gott hält das nicht auf, treu an meiner Seite zu sein – im Gegenteil er kämpft um mich. So, dass ich mich wieder lebendig und frei fühlen kann – auch mit „Knicken“ im Leben!

Mit dem Lied, dass nur hier in Altensittenbach gesungen wird, ließen wir gemeinsam, beschwingt und gut gelaunt den Gottesdienst ausklingen: „A star was born“!

Macht Bahn

Es war eine Freude zu sehen, dass auch im Advent ein Familiengottesdienst gefeiert werden konnte. Und ich war darüber begeistert, wie die Kinder sich im Gottesdienst auch bei den Gebeten beteiligt haben.

Die Adventszeit ist Vorbereitungszeit für das Weihnachtsfest. Schon in der Bibel wird das mit dem Bild einer Bahn zum Ausdruck gebracht. Aus diesem Grunde hat die Evang.-Luth. Kirchengemeinde Altensittenbach zu einem Familiengottesdienst mit dem Thema „Macht Bahn“ eingeladen.

Neben einem Puppentheater mit dem Jugendreferenten Viktor Ambrusits war eine Eisenbahn aufgebaut um so Bezug zum Thema herzustellen. Die Adventszeit soll und kann unsere Herzen öffnen, dass wir in Jesus den Sohn Gottes erkennen.

Das bekannt Lied: „Tschu, tschu, tschu, die Eisenbahn, wer will mit nach Frankfurt (München) fahrn“ wurde umgedichtet in „Tschu, tschu, tschu, die Eisenbahn, wer will nach Weihnachten fahrn? Alleine fahren mag ich nicht, so nehme ich … mit“.

Auch wenn wegen der Coronapandemie die 40 Gottesdienstbesucherinnen und -besucher keine lange Eisenbahn bilden konnten, so konnten doch Namen genannt werden um zu zeigen, dass Menschen gemeinsam auf das Weihnachtsfest zugehen können um Jesus im Herzen zu empfangen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten Eisenbahnzüge aus Karton gebastelt, die von den Familien sehr gerne nach Hause mitgenommen wurden. Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Gruppe „Utz und Gatterer“ ausgestaltet.

Innehalten im Advent

Einen sehr stimmungsvollen musikalischen Abendgottesdienst erlebten die Besucherinnen und Besucher am Vorabend des zweiten Advents in der Thomaskirche in Altensittenbach. Die Gruppe „Ichthys“ sang die Lieder und Pfr. Gerhard Metzger sprach die Texte.

Musikalisch wurden moderne Lobpreislieder zum Ausdruck gebracht wie z.B. „Anker in der Zeit“ und traditionelle Gospels wie „When Moses was in Egypt´s land“ oder „Swing low“. Daneben gab es gefühlvoll gespielte und gesungene Lieder wie „Und Freude wird weit“ und „Ich spüre deine Hand“. Der Musikgruppe merkt man an, dass sie schon seit 25 Jahren zusammen musiziert und singt. Gekonnt setzt der Leiter Josef Schöberl die Musikinstrumente ein und singt selbst dazu. Das wurde besonders deutlich beim Lied „In the Ghetto“ von Elvis Presley. Die Zuhörerinnen und Zuhörer waren tief beeindruckt und ließen sich in besonderer Art und Weise auf die Adventsbotschaft einstimmen.

Pfr. Gerhard Metzger verdeutlichte das mit dem Lied: „Wenn wir Gott in der Höhe ehren“ von Manfred Siebald als Psalm und mit der Geschichte „Mit leeren Händen“ von Eugen Reiser.  Darin wird deutlich, dass ich nicht mit Geschenken zu Jesus kommen muss, um in seiner Nähe sein zu können. Denn im Gegenteil zu den Hirten kämpft sich ein reicher Mann in Bethlehem zum Stall und wird von einem Engel abgewiesen. Er fragt: „Was haben die, was ich nicht habe?“ Die Antwort lautet: „Die, die haben gar nichts, du kennst sie doch, das sind Habenichtse, wie sie im Buche stehen“. „Und was bringen die dann dem König der Welt?“ lautet die Rückfrage. Die Antwort: „Nichts, ihre leeren Hände, das ist ihre Eintrittskarte“. Reich beschenkt von den Liedern und Texten erhielten die Mitwirkenden am Gottesdienst zum Schluss langen Beifall im Wissen, dass trotz der Coronapandemie Platz ist für Lieder zum Nachdenken und für geistliche Impulse.

Identität – auf der suche nach sich selbst

In unserem Vitamin C Gottesdienst im November hat die Band „reboot“ wieder kräftig Fahrt aufgenommen. Mit viel Beat ging es durch den Gottesdienst, der sich diesmal rund um das spannende Thema Identität drehte.

Viktor Ambrusits zitierte am Anfang seiner Predigt aus dem Duden. Identität bedeutet: Echtheit einer Person oder Sache; völlige Übereinstimmung mit dem, was sie ist oder als was sie bezeichnet wird.

Gedanklich ging er anschließend der Frage nach, ob man wirklich immer in Übereinstimmung mit sich selber ist. Gibt es ein wahres ICH oder ist man immer auf der Suche nach sich selbst? Die Suche nach dem eigenen wahren Kern? Ändert sich die eigene Identität? Zeiten ändern sich, Umgebungen ändern sich, Erfahrungen verändern.

Am 9. April 1945 wurde Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg gehängt. Das Gedicht „Wer bin ich“ zeigt einen zutiefst glaubenden Menschen, der, von Gott getragen, eine Ausstrahlung hat. Trotz inneren Konflikts und äußeren Umständen verkrampft er sich nicht, irgendetwas sein zu wollen. Er hat unbeantwortete Fragen, er hat unerfüllte Wünsche, er hat Ängste. Was aber nicht offenbleibt und nicht in Zweifel gezogen wird, ist seine Identitätsgewissheit, die jenseits aller Fragen besteht. Auch wenn man sich nicht mehr erkennt, auch wenn man nicht mehr versteht – Gott kennt, erkennt und liebt mich.

„Wer ich auch bin, dein bin ich, o Gott“

Wer bin ich? Sie sagen mir oft, ich träte aus meiner Zelle gelassen und heiter und fest wie ein Gutsherr aus seinem Schloss.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft, ich spräche mit meinem Bewachern frei und freundlich und klar, als hätte ich zu gebieten.

Wer bin ich? Sie sagen mir auch, ich trüge die Tage des Unglücks gleichmütig, lächelnd und stolz, wie einer der Siegen gewohnt ist.

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen? Oder bin ich nur, was ich selbst von mir weiß? Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig, ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle, hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen, dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe, zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung, umgetrieben vom Warten auf große Dinge, ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne, müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen, matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?

Wer bin ich? Der oder jener? Bin ich denn heute dieser und morgen ein anderer? Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling? Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer, das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?

Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott. Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott.

Die Heilung des Gelähmten

Einen spannenden Familiengottesdienst erlebten die rund 50 Besucher am Volkstrauertag. Die Geschichte der „Heilung des Gelähmten“ stand im Mittelpunkt. Der Jugendreferent Viktor Ambrusits spielt gekonnt mit seinem Puppentheater die Erzählung vor.

Der Gelähmte konnte sich auf seine vier Freunde verlassen. Sie brachten ihn zum Haus, in dem Jesus mit den Pharisäern sprach. Leider war der Zugang versperrt und die Freunde trugen den Kranken auf das flache Hausdach. Sie öffneten ein Loch und ließen ihn hinunter.

Jesus sah ihren Glauben, heilte den Mann und sprach: „Dir sind deine Sünden vergeben“. Diese Geschichte ist ein klassisches Beispiel dafür, dass Jesus Heil und Heilung schenkt. Natürlich wurden auch wieder fröhliche Lieder gesungen, bei denen die Kinder ganz bei der Sache waren.

Die Musikgruppe „Utz und Gatterer“ gestaltete gekonnt musikalisch den Gottesdienst aus.

Alle freuten sich, dass solch eine Begegnung auch unter den erschwerten Bedingungen durch strikte Einhaltung der Hygienemaßnahmen möglich war.

Danke für das Brot

In lockerer Atmosphäre und dem Dank gegenüber Gott feierten viele Gottesdienstbesucher einen Familiengottesdienst am Erntedankfest. Musikalisch wurde die Feier von der Band „Utz und Gatterer“ gestaltet, die gekonnt die Lieder begleitete und vortrug.

„Danke für das Brot“ lautete das Thema. Dabei ging Hans-Christian Weiß gekonnt und geschickt auf einzelne Dinge ein, für die Menschen danken können.

Er lenkte den Blick nicht nur auf das Brot selbst, sondern auch auf Menschen, die sich dafür einsetzen, dass wir überhaupt Brot haben. Kinder aus der Gottesdienstgemeinde kamen nach vorne und beteiligten sich spontan an der Verkündigung.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuten sich, dass fast 50 Gottesdienstteilnehmer gekommen waren. So konnte auch ohne Nasen-Mund-Schutz gesungen werden. Der nächste Familiengottesdienst ist am 14.11.2021 geplant.

Wunderbare Fahrt nach Polen und in die Masuren

Nach einma Jahr Pause konnten wir wieder eine Studienfahrt mit „Reisen in christlicher Atmosphäre“ und dem gewohnt sicheren busfahrenden Pfarrer Martin Kühn durchführen. Mit insgesamt 23 Teilnehmern hatten alle genügend Platz im Bus der Schmetterlingsreisen.

Die erste Station war die Stadt Görlitz direkt an der polnischen Grenze. Pfr. Gerhard Metzger konnte sich ein Bild machen für die geplante Gemeindefahrt vom 06.05. – 08.05.2022 nach Herrnhut und in die Lausitz. Am Samstagnachmittag wird dann im kommenden Jahr eine Stadtführung in dieser Stadt direkt an der Neiße mit Brücke zum polnischen Teil der Stadt, Zgorzelec durchgeführt.

Das ist der Blick von Görlitz nach Polen.

Die Reisegruppe fuhr weiter in die niederschlesische Metropole Breslau, die mit ihrer wechselvollen Geschichte und mit 640 000 Einwohner die viertgrößte Stadt Polens ist. Beeindrucken ist der große Markt und die Dominsel.

Blick auf dem Marktplatz von Breslau.

Im Garten des ehemaligen Palais von Friedrich, dem Großen gab es ein Springbrunnenschauspiel mit Musik von Richard Wagner.

Bei der Weiterfahrt nach Danzig wurde die mit 21 ha größte Backsteinfestung Europas angeschaut.

Danach wurde zur Hauptstadt von Pommern und ehemaliger Hansestadt weitergefahren. Mit den zahlreichen Werften und dem größen Seehafen des Landes ist sie immer noch ein bedeutender Handelsstandort. Von hier aus begann der Aufstand der polnischen Werftarbeiter unter Lech Walesa, die zur Gründung der Solidarnosc führte. Das berühmte Krantor sticht sichtbar heraus. Die Spuren berühmter Danziger Persönlichkeiten wie z.B. Günter Grass oder Arthur Schopenhauer fallen auf.

Viel Zeit nahm sich die Busgesellschaft für die Masurischen Seenplatte im sog. Ermland. Das Hotel lag direkt an einem See und vom Fenster aus hatten alle eine wunderbare Aussicht. Die Masuren sind dünn besiedelt. Deshalb gibt es viele weitläufigen Äcker und Wiesen. Es ist kaum ein Verkehr und die Baumalleen sind prächtig. Eine Gegend zum Ausruhen und Wohlfühlen.

Beeindruckend für alle war der Besuch bei der „Wolfsschanze“. Von Mitte 1941 bis Herbst 1944 hatte hier Hitler mit seinen Gefolgsleuten sein Hauptquartier. Von hier aus wurde der Russlandfeldzug strategisch organisiert. Das Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg wurde hier ausgeführt. Die Szene wurde original im betreffenden Bunker nachgestellt. Diese vielen Bunker auf engsten Raum waren beklemmend.

Natürlich ging die Fahrt nach Mikolajki. An dieser Stadt befindet sich mit dem Spirdingsee der größte See Polens (113 qkm). Bei einer zweistündigen Fahrt konnte dieses große Gewässer genossen werden.

An diesem Tag hatten wir eine große Aufregung. An einer Kurve fuhr ein entgegenkommender PKW mit Bootanhänger zu weit links und streifte den Bus. Der linke Außenspiegel des Busses wurde abgerissen. Die Polizei hielt natürlich zum Landsmann. Es gab viel Diskussionsstoff und noch mehr Gebete. Schließlich konnten wir weiterfahren und Pfr. Martin Kühn zeigte wieder einmal seine große Improvisationskunst und „klebte“ die zerbrochenen Teile des Spiegels wieder zusammen.

Ein Besuch der bekannten Wallfahrtsbasilika Heiligelinde durfte natürlich nicht fehlen. In der von den Jesuiten gebauten Kirche beeindruckte ein Orgelkonzert.

Gefreut habe ich mich über die besondere Lage des Hotels in den Masuren. Es lag direkt an einem der vielen Seen dieses Gebietes, das nur noch wenige Kilometer in Richtung Königsberg und damit Russland liegt.

Über Elbing ging es zur polnischen Hauptstadt Warschau. Beidseitig liegt sie an der Weichsel und beeindruckt mit einer faszinierenden Altstadt. Am Geburtshaus von Marie Curie wurde eine Gedenkminute eingelegt. Sie ist die einzige Frau, die in zwei Fächern (Chemie und Physik) den Nobelpreis erhielt und sie prägte das Wort „radioaktiv“. Die beiden chemischen Elemente Radium und Polonium wurden von ihr entdeckt.

Die Gruppe am Geburtshaus von Marie Curie.
Der Marktplatz von Warschau.

Weiter ging es für die Gruppe in die ehemalige (bis 1596) polnische Hauptstadt Krakau. Auf der Wawel-Burg ließen sich die polnischen Könige krönen und beisetzen. Der größte mittelalterliche Markt der Welt (40 000 qm) beeindruckt mit Größe und die sonstigen Sehenswürdigkeiten sich kaum aufzählbar. Noch heute gilt die zweitgrößte Stadt Polens (knapp 800 000 Einwohner) als die heimliche Hauptstadt Polens.

Blick auf die Wawel in Krakau.
Der Tag neigt sich in Krakau.

Die längste Busfahrt gab es am vorletzten Tag, als durch Oberschlesien gefahren wurde um in Prag zu übernachten.

Aber zuerst ging es zu dem emotional vielleicht schwierigsten Teil der Reise nach Auschwitz. Die Gruppe teilte sich. Ein Teil schaute sich das Lager in Auschwitz an mit den vielen Baracken der Häftlinge und der zumeist jüdischen Gefangenen. Der andere Teil besuchte das Vernichtungslager Birkenau mit den Hochöfen der Verbrennungsanlagen!!

In Prag hatten alle insgesamt vier Stunden Zeit, um die Burg, die Altstadt und die Karlsbrücke ausführlich zu begutachten.

Blick von der Karlsbrücke zum Dom.
Die Karlsbrücke in Prag

Die Spuren des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ sind überall zu bemerken.

Auf der Heimfahrt wurde ein langer Zwischenstopp in Marienbad eingelegt. Viele Teilnehmer sahen zum ersten Mal die beeindruckenden Badanlagen in dieser westböhmischen Stadt, die als schönste Stadt im böhmischen Bäderdreieck gilt.

Erfüllt von vielen Eindrücken kamen alle wieder gesund im Fränkischen an.

Der größte Teil der Gruppe mit Stadtführer in Breslau.