Archiv der Kategorie: Updates

Wenn Corona will, steht (noch) manches still, Update 215 vom 16.10.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Die Gugelmaicherl

Das ist immer wieder spannend in der Präparandengruppe. Denn irgendwann kommen wir auf die Kirchengemeinden zu sprechen und damit auch auf die Namen der Kirchen. Ich erinnere mich, dass dies in meiner eigenen Konfirmandenzeit Anfang der 70-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts noch anders war. Dass die Kirche von Habelsee dem Michael geweiht ist (siehe mein Update 198 vom 29.09.2020) habe ich von meinem Vater erfahren. Der Ortspfarrer kam nie darauf zu sprechen. Vermutlich wurde das als „katholisch“ abgetan. An meiner ersten Pfarrstelle in Weißenbach/Rhön von 1984 – 1988 hatte ich drei Kirchen. Keine Einzige davon hatte einen Namen.

Gegenwärtig ist das anders. Die Kirchennamen sind auch in evangelischen Gemeinden wieder wichtig und es wird darüber gesprochen. Bei der Nachfrage nach der Thomaskirche in Altensittenbach wissen die Jugendlichen in der Regel Bescheid. „Die Kirche ist wohl nach dem ungläubigen Thomas benannt“. Ja, so ist es. Dieser Jünger steht dafür Pate obwohl ich die Bezeichnung „ungläubig“ nicht mag. Aber das ist ein anderes Thema, auf das ich später einmal (kurz vor dem Weihnachtsfest) eingehen werde.

Schwieriger wird es bei der Frage nach dem Namen der Kirche in der Filialgemeinde Oberkrumbach. Immerhin: Der Name „Margaretenkirche“ ist gegenwärtig. Aber auf die Rückfrage, nach welcher Frau diese Kirche ihren Namen hat, passen viele. Vielleicht fällt dann doch dem einen oder anderen die Geschichte ein, nach der die Figur in der Dorfkirche genannt wird: Die „Gugelmaicherl“. Das ist die liebevolle Bezeichnung für die Kirchenpatronin.

Erzählt wird die Überlieferung, dass eine Margarete von Gugel die Tochter eines adeligen Geschlechts war. Sie weilte einst zu Besuch auf der Burg Hohenstein. Auf dem Heimweg kam sie in eine Krise. Denn sie verirrte sich im Wald. Da läutete das „Glöcklein“ der Kapelle Hirsdorf, einem später eingeäscherten Weiler, der am Weg nach Kirchensittenbach auf halbem Weg nahe dem Bach lag zum Abendgebet. Das abendliche Geläut half dem adeligen Fräulein, den Weg in die elterliche Behausung zu finden. Aus Dankbarkeit stiftete sie die Kirche zu Oberkrumbach. Ihre Ruhestätte soll sich an der Südseite des Kirchturms befinden. Der Sage nach hätten „Peganbrüder“ in ihrer Einsiedelei zu Hirsdorf dreimal täglich ihr Stundengebet in Gugeln gehalten. Das waren rote oder blaue Mänteln mit Kapuzen, die nur die Augen frei ließen (mit einem Nasen-Mund-Schutz zu Coronazeiten hätten sie wohl keine Probleme gehabt). In der besagten Kirchenstifterin und ihrer gleichfalls jungfräulichen Schwester hätten sie ihre Wohltäter gefunden.

Eine sehr schöne Geschichte, wie aus einer Lebenskrise etwas Gutes wurde. Leider ist diese Geschichte nur eine Legende. Denn ein Geschlecht von Gugel findet in den Urkunden keine Erwähnung. Und dass eine Margarete von Gugel heilig gesprochen worden ist und so zur Kirchenpatronin wurde, stimmt leider auch nicht. Aber es gab eine Margareta von Antiochia, die an der Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert gelebt hat und schon mit 15 Jahren zur Märtyrerin wurde. Die Legende erzählt, wie ihr im Gefängnis ein Drache erschien, um sie zu verschlingen. Daher kommt vermutlich der „Lindwurm“ unter ihrer Figur. Sie machte schnell das Kreuzzeichen und wurde gerettet. Nicht gerettet wurde sie aber vor der Hinrichtung durch das Schwert. Auf dem Weg dorthin betete sie für ihre Verfolger. Sie ist die Heilige für Schwangere und Gebärende und ist deshalb eine der vierzehn Nothelfer, wie das in der berühmten Wallfahrtskirche „Vierzehnheiligen“ zu sehen ist.

Für mich bleibt es immer noch überraschend, dass ausgerechnet die Kirche in diesem kleinen Dorf nach ihr benannt ist. Heute am 16.10. ist ihr Namenstag. Und alle, die so heißen in allen abgewandelten Formen (z.B. Greta, Gretel o.ä.) dürfen sich freuen. Denn die deutsche Übersetzung lautet: „Die Perle“.

Wenn Corona will, steht (noch) manches still, Update 214 vom 15.10.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Dr. Mathias Kropf

Die Kraft der Worte

Im heutigen Update möchte ich eine wahre Begebenheit aus dem Leben des berühmten Erfinders Thomas Alva Edison (1847 – 1931) berichten. Ihm werden viele geniale Erfindungen in der Elektrotechnik (Gleichstrom), Telegrafie und sogar die erste Kohlefaden-Glühlampe (Glühbirne) zugeschrieben. Diese Geschichte aus den frühen Schultagen seines Lebens bewegt mich immer wieder! Ich habe sie aus dem Buch von Debora Sommer „blühe dort, wo du gepflanzt bist“ (ISBN 978-3-96362-019-5) entnommen:

Eines Tages kam Thomas Edison von der Schule nach Hause und gab seiner Mutter einen Brief. Er sagte ihr: „Mein Lehrer hat mir diesen Brief gegeben und sagte mir, ich solle ihn nur meiner Mutter zum Lesen geben.“ Die Mutter hatte die Augen voller Tränen, als sie dem Kind laut vorlas: „Ihr Sohn ist ein Genie. Diese Schule ist zu klein für ihn und hat keine Lehrer, die gut genug sind, ihn zu unterrichten. Bitte unterrichten sie ihn selbst.“

Viele Jahre nach dem Tod der Mutter, Edison war inzwischen einer der größten Erfinder des Jahrhunderts, durchsuchte er eines Tages alte Familiensachen. Plötzlich stieß er in einer Schreibtischschublade auf ein zusammengefaltetes Blatt Papier. Er nahm es und öffnete es. Auf dem Blatt stand geschrieben: „Ihr Sohn ist geistig behindert. Wir wollen ihn nicht mehr in unserer Schule haben.“ 

Edison weinte stundenlang und dann schrieb er in sein Tagebuch:

„Thomas Alva Edison war ein geistig behindertes Kind. Durch eine heldenhafte Mutter wurde er zum größten Genie des Jahrhunderts.“

Es war bekannt, dass Edison bereits seit seiner Kindheit Hörprobleme hatte und sein Leben lang schwerhörig war. Sehr wahrscheinlich, dass der Brief der Schule damit zusammenhing. Die Mutter von Edison erkannte jedoch trotz aller Hörbehinderung ihres Sohnes sein Talent. Sie hatte die Geistesgegenwart, den Inhalt des Briefes sofort in Worte der Ermutigung und des Segens für ihr Kind umzuwandeln. Schon der Apostel Paulus beschreibt in seinem Brief an die Philipper, was für unser Leben als Christen wichtig sein sollte: „Schließlich, meine lieben Brüder und Schwestern, orientiert euch an dem, was wahrhaftig, vorbildlich und gerecht, was redlich und liebenswert ist und einen guten Ruf hat. Beschäftigt euch mit den Dingen, die auch bei euren Mitmenschen als Tugend gelten und Lob verdienen.“ (Phil 4,8)

Es bleibt eine tägliche Herausforderung für uns, gerade in diesen Zeiten unsere Worte überlegt zu wählen! Seien wir uns bewusst, dass Gutes (Segen) aber auch Schlechtes (Fluch) in der Macht unserer Worte liegt (siehe Sprüche 18,21). Ein praktischer Lebensstil, der andere Menschen wertschätzend wahrnimmt und dies auch in Worten zum Ausdruck bringt, kann große Veränderungen bewirken – für diejenigen, die unsere Wertschätzung erhalten, aber auch für uns selbst. Noch einmal möchte ich Paulus zitieren. In seinem Brief an seinen Mitstreiter Timotheus spricht er genau über diese Kraft von Worten, die uns auferbauen: „Halte dich an das Vorbild der heilsamen Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe in Christus Jesus. Dieses kostbare Gut, das dir anvertraut ist, bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt.“  (2 Tim 1,13-14)

Wenn Corona will, steht (noch) manches still, Update 213 vom 14.10.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Erinnerungen an meinen Opa

Ein kleines Bübchen bin ich, drum wünsch ich kurz und innig, ein glücklich neues Jahr. Gesundheit Freud und Frieden, sei dir von Gott beschieden, wie jetzt so immerdar“. An dieses Gedicht denke ich jedes Mal, wenn meine Gedanken an meinem Opa Fritz zurückgehen. Er wohnte in Endsee, nur zwei Kilometer von meinem Heimatort Habelsee entfernt. Vor allem zu bestimmten festlichen Gelegenheiten fuhren wir hin. Dazu gehörte der Besuch am Neujahrstag. Das Gedicht von oben war jedes Jahr die Begrüßung. Dazu wurde die Hand gegeben, was ja in der „heißen“ Phase der Coronakrise nicht einmal bei engen Verwandten erlaubt war.

Mein Opa saß immer auf den gleichen Platz hinter dem Tisch auf der Eckbank. Er hatte eine Pfeife im Mund oder rauchte eine Zigarette der Marke Eckstein ohne Filter. In Erinnerung bleibt er für mich als ein gemütlicher älterer Herr, der immer freundlich und gutmütig war. Wenn er bei uns auf dem Bauernhof mitgeholfen hat, dann habe ich mich zu ihm in die Küche zum Abendessen gesetzt. Wir hatten Gespräche und freuten uns an Kartoffel, Wurst, Brot und Sauerkraut. Gerne hat er mich ermuntert, doch genügend von der Wurst zu essen. Mein Leibesumfang als Kind war deshalb ja auch nicht unerheblich. Nie habe ich ihn ärgerlich oder wütend erlebt. Er hatte anscheinend eine Altersmilde bekommen.

Denn Erzählungen von meinem Vater haben verraten, dass er auch anders sein konnte. Seine vier Kinder mussten diszipliniert aufstehen für die Schule oder zum Mithelfen auf dem Hof. Mein Opa Fritz war sehr gewissenhaft und der eigene Hof war sehr gut organisiert. Von meinem Vater kenne ich die Geschichte, dass eine Krise für ihn eine bestimmte Situation auf dem Feld war. Er kramte in seiner Tasche um sich eine Zigarette hervorzuholen. Aber dann kam es doch auch mal vor, dass er keine gefunden hat. Er hatte es in der Hektik der Arbeit schlicht und einfach vergessen, sich einen kleinen Vorrat anzulegen. Da wurde er richtig ärgerlich und mürrisch. Das hat mein Vater so oft erzählt, dass es offenbar richtig nachhaltig für ihn als Sohn war. Ich konnte mir diesen Ärger wegen Zigaretten bei meinem Opa nicht wirklich vorstellen.

In Erinnerung bleibt ein Landwirt aus einem kleinen Dorf, wie es für diese Zeit mitten im letzten Jahrhundert typisch war. Und so werde ich ihn in Erinnerung behalten. Gestern vor genau 42 Jahren ist er „alt und lebenssatt“ verstorben. Und wer davon noch mehr erfahren will, den verweise ich auf mein Update 120 vom 13.07.2020.

Wenn Corona wil steht (fast) alles still. Update 30 vom 14.04.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Christl Schäfer-Geiger

Von guten Mächten umgeben

„Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar….“
Wer kennt es nicht, das Lied von Dietrich Bonhoeffer, das schon viele Menschen durch die schwierigsten Situationen im Leben hindurch getragen hat. Er hat es im Dezember 1944 aus dem Gestapogefängnis als Weihnachtsgruß an seine Verlobte Maria von Wedemeyergeschickt. Gesehen hat er sie danach nicht wieder. Gerade einmal 39 Jahre alt war er, als man ihn vor 75 Jahren, am 9. April 1945 – so kurz bevor der ganze Spuk des Zweiten Weltkriegs endlich ein Ende hatte – auf grausamste Wiese im KZ Flossenbürg gehenkt hat. Wenn die Nationalsozialisten eines konnten, dann war es Menschen zu quälen, ihnen körperliche und seelische Schmerzen zuzufügen. Mit ihm starben die anderen, noch am Leben gebliebenen „Verschwörer“ des Attentats vom 20 Juli 1944, angeordnet auf obersten Befehl eines größenwahnsinnigen Machthabers. 

Welch zarte Worte schreibt Bonhoeffer seiner Verlobten und wie stark sind sie gleichzeitig. Über allem steht sein unerschrockener Glaube an unseren Gott, obwohl er ahnt, was auf ihn zukommt. Zwischen den Zeilen schwingen alle menschlichen Sehnsüchte und Ängste mit, Hoffnung flammt auf, Dunkelheit macht sich breit. Und in all diesen Emotionen flammt das Licht des ewigen Gottes, der in einer Welt voller Unsicherheit als einziger unseren aufgeschreckten Seelen einen Halt geben kann. 

„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“
Auch heute und morgen und übermorgen und…….

Mein Mann, Thomas Geiger, hat mit seinem Kollegen, Jörg Hertle, das KZ in Flossenbürg besucht. Für den Straßenkreuzer, das Nürnberger Sozialmagazin, haben sie eine Reportage über das KZ gemacht, in dem Pastor Dietrich Bonhoeffer starb. 
Wer die Reportage und die Gedanken Thomas Geigers dazu gerne lesen möchte, findet sie hier:

Wenn Corona will, steht (fast) alles still. Update 29 vom 13.04.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach kommst. Aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund„. Das sind die Worte am Ende der Liturgie des Hl. Abendmahles direkt vor der Austeilung. Das würde ich mir jetzt auch wünschen: dass Gott nur ein einziges Wort spricht und der ganze Coronaspuk wäre vorbei. Aber so einfach geht es nicht (immer). Ich habe beides schon erlebt. Da dauert etwas sehr sehr lange bis Gott eingreift und dann ist es anders gekommen als ich mir das gewünscht habe. Aber ich habe auch schon erlebt, dass Gott unmittelbar und schnell eingegriffen hat. Dieses Wort aus der Abendmahlsliturgie stammt aus der biblischen Geschichte vom „Hauptmann zu Kapernaum“ (Matthäus 8, 5 – 13). Als römischer Hauptmann war es ihm untersagt, mit einem Juden zu sprechen. Das galt auch umgekehrt. Aber weil sein Knecht so krank war, nimmt er allen Mut zusammen, verstößt gegen alle Konventionen und Vorschriften und bittet Jesus um Hilfe. Jesus erfüllt ihm den Wunsch und der Knecht „wurde gesund zu derselben Stunde“ (Matthäus 8, 13). Das erinnert mich an eine Ostergeschichte, die mein Innerstes in einer besonderen Weise berührt. Sie steht in Johannes 20, 11 – 18. Maria von Magdala steht vor dem Grab von Jesus und weint. Im Grab sieht sie zwei Engel und sie fragt die beiden, wo sie „meinen Herrn weggenommen“ haben. Sie dreht sich um und sieht einen Mann. Der Unbekannte fragt, warum sie weint. Maria meint, es sei der Gärtner und antwortet: „Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, dann will ich ihn holen„. Und dann spricht dieser Unbekannte ein einziges Wort: „Maria„. Dann werden ihr die Augen geöffnet und sie erkennt, dass es Jesus ist. Dieses einzige Wort war die Nennung ihres Namens. Die Schüler in der Grundschule staunen darüber, dass nur der Name die Augen öffnet und die enge Beziehung von Jesus zu ihr wieder hergestellt wird. Mich erinnert das auch an eine Bibelstelle, die oft von Eltern für die Taufe ihres Kindes und von Jugendlichen zu ihrer Konfirmation ausgewählt wird: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43, 1b). Die Beziehung zu Jesus wird hergestellt, weil ich höre, wie Jesus meinen Namen ruft. Maria wird mitten in ihrer Trauer angesprochen und sie wird fähig, diesen Jesus als den Auferstandenen zu erkennen. Das führt dazu, dass sie neu das Leben beginnen kann und nicht in der Trauer stecken bleibt.

Meine Frau und ich hatten in den Tagen vor dem Palmsonntag ein Seminar bei der Christusbruderschaft in Selbitz geplant. Es ist wegen der Coronakrise ausgefallen. Die beiden Referentinnen haben uns die Texte zugeschickt, die an den Tagen uns begleiten sollten. Ein Text war eine Hinführung zu dieser Ostergeschichte. Eine Referentin wäre Beate Thiessen gewesen, die der/die ein/e oder andere Leser/-in kennen wird, weil sie bis vor einem Jahr in Hersbruck gelebt hat. Sie nimmt Bezug auf die Schriftmeditation nach Ignatius von Loyola und gibt Impulse. Ich zitiere daraus: „Ich stelle mir die Szene dort vor dem Grab ganz anschaulich vor: die weinende Maria, die Engel im Grab, die Umgebung, den ganzen „Schauplatz“ des Geschehens. Ich tue das mit all meinen Sinnen: Was sehe ich, was höre ich, was rieche ich? Vielleicht finde ich auch selber einen Platz darin? Ich höre und sehe, was geschieht und wie die beiden miteinander im Gespräch sind. Ich bin mit hineingenommen, erlebe mit…Was regt sich dabei in mir? Ich sehe und höre ihrem Gespräch weiter zu. Wieder stelle ich mir die Situation ganz anschaulich vor. Ich schaue zu, erlebe mit und lass das auf mich wirken, was Jesus Maria sagt. Auch versuche ich zu erspüren, welche Wirkung seine Worte auf mich haben“. Beate Thiessen hat mir erlaubt, Teile ihrer Texte hier abzudrucken. Ich danke herzlich dafür und verweise auf ihre Homepage, auf der sich neben vielen anderen Impulsen auch diese Meditation zum Thema findet unter www.beate-thiessen.de. Für mich ist insgesamt interessant, wie bei diesem Text eine Brücke vom Alten Testament (Prophet Jesaja) zum Neuen Testament (Evangelisten Matthäus und Johannes) geschlagen wird. Und wie mitten in den Krisen, Ängsten, Trauer und Hoffnungen dieser verschiedener Menschen die Gegenwart von Gott und Jesus erkannt wird. Denn am Ende dieser Ostergeschichte heißt es: „Maria von Magdala geht und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt“ (Jo 20, 18).

Wenn Corona will, steht (fast) alles still, Update 28 vom 12.04.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden„. Das ist der Ostergruß der Christen seit vielen Jahrhunderten. Ich vermisse in diesem Jahr vor allem die Osternacht. Seit 1983 habe ich sie jedes Jahr gefeiert. Viele verschiedene liturgische Formen habe ich mit Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen verwendet. In jeder Kirchengemeinde meiner Tätigkeit gab es andere Traditionen. Bei zwei Gemeinden wurde dieser besondere Gottesdienst eingeführt. Vor allem vermisse ich den Wechsel von Nacht zum Morgen, von der Dunkelheit zum Licht. Wir drücken das in Altensittenbach neben dem Hereintragen des Osterlichtes vor allem damit aus, dass wir innerhalb der Liturgie den Altar schmücken, die Glocken läuten lassen und ich den schwarzen Talar ausziehe und den weißen Talar anziehe. Langsam steigt dann auch die Sonne auf und der Ostermorgen erwacht. Mir fehlt das heute und mir kommen auch ein paar Tränen beim Schreiben dieser Zeilen. Ich denke dann vor allem an zwei Osterauferstehungsfeiern in meinem Leben zurück. Am 23.03.2008 war diese Feier noch vor der Zeitumstellung, was vorher in meinem Leben nie der Fall war. Nach der Feier des Hl. Abendmahles und dem Segen gingen wir aus der Kirche und es lag Schnee. Dabei hatte es fast den gesamten Winter nicht geschneit und ich hatte erst zwei Tage vorher am Karfreitag die Schneeschippe zum ersten Mal in der Hand gehabt. Der Gang zum Hochziehen der Osterfahne im Schnee. Das bleibt in Erinnerung.

Im Hintergrund sieht man sogar noch die kleinen Schneehaufen vom Räumen. Mein weißer Bart stammt allerdings (leider) nicht vom Schnee!!!

Eine weitere sehr intensive Erfahrung war für mich die Osterauferstehungsfeier als Teilnehmer im Gartengrab in Jerusalem am 26.03.1978. Ich habe in meinen vorherigen Updates mehrmals von Erlebnissen auf dieser 4-wöchigen Reise in Israel geschrieben. Ostern – das Fest der Auferstehungsfeier von Jesus – der Tod hat endgültig seine Macht verloren – das Leben siegt – Christus ist stärker als alle Macht der Finsternis. Und das in Jerusalem, am Ort des Geschehens vor fast 2000 Jahren. Auch wenn dieses Gartengrab erst im 3. oder 4. Jahrhundert so gebaut worden ist, so hilft der Anblick zu verstehen, wie solch ein Grab damals ausgesehen hat. Es ist dem Josef von Arimatäa zu verdanken, dass Jesus nicht in eine Massengrab kam wie andere Schwerverbrecher, die am Kreuz hingerichtet worden sind. Er hat Jesus in sein privates Felsengrab gelegt, das sich nur Reiche leisten konnten. So ist dieser Mann ein Bindeglied der Osterbotschaft geworden. Der Engel verkündigt die Osterbotschaft: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden“. (Lukas 24, 5b – 6a). Und am Felsengrab von Jesus ereignet sich vor fast 2000 Jahren eine ganz besondere Ostergeschichte. Für mich die Ostergeschichte von damals, die mich am stärksten berührt. Aber davon dann morgen.

Wenn Corona will, steht (fast) alles still, Update 27 vom 11.04.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Heute endet mit dem Karsamstag die Passionszeit. Sie war ganz anders als ich das sonst gewöhnt war. Am Beginn standen noch die Reden zum politischen Aschermittwoch. Aber gleich danach zog der Coronavirus wie ein unsichtbarer Sturm herauf. Der Starkbockanstich wurde schon verschoben. Mir fällt auf, wie diese Zeit auch in meiner Gedankenwelt von politischen und kabarettistischen Veranstaltungen durchzogen ist. Wo bleibt der Gedanke an das Leiden und Sterben von Jesus? Ich gehe noch einmal in die Thomaskirche, bleibe am Altar stehen und schaue nach vorne. Ich sehe das violette Parament (Altartuch).

Violett ist die Farbe der Buße und Erneuerung. Nur noch am Buß- und Bettag (Wer sieht dieses Altartuch noch, nachdem dieser Tag seit 1994 kein gesetzlicher Feiertag mehr ist?) und in der Adventszeit leuchtet diese liturgische Farbe. Mir fällt auf, dass mir der biblische Text auf dem Tuch ins Auge springt. Ist mir noch nie aufgefallen, was ich jetzt lese. Ein Wort von Jesus: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid.“ Dieses biblische Wort geht dann weiter mit den Worten: „Ich will euch erquicken„.(Matthäus 11, 28). Ich ärgere mich zuerst, dass ich in all den Jahren hier nie richtig auf dieses Parament geachtet habe. Diesmal ist das anders. Ich denke: Der Text trifft ins Schwarze. Genau so ist es. Das gilt es jetzt zu tun neben all den weltlichen Überlegungen wie es wirtschaftlich und persönlich weitergehen kann. Zu Jesus kommen! Einzugestehen, dass mein Leben nicht immer auf der Sonnenseite sein kann. Ich bin oft genug ein „Mühseliger“ und „Beladener“. Mir fällt ein, wie ich am Karsamstag 1978 in der Grabeskirche in Jerusalem war. Nach dem Eingangstor geht es rechts hoch zur Schädelstätte (Golgata). Dort also wurden die schlimmsten Verbrecher hingerichtet. Und darunter war auch Jesus. Aber was hatte er getan, dass er mit dem grausamsten Tod sterben musste? Am Kreuz! Erstickt sind die so Gehängten am Ende ihres Lebens, weil sie sich nicht mehr hochziehen konnten. Und dann gehen meine Gedanken jetzt wieder zurück an Zeitungsmeldungen, wie Coronakranke nach Luft ringen und beatmet werden müssen. Und wenn das nicht mehr hilft, dann gibt es hoffentlich Schmerzmittel, welche die Sterbenden in die Bewusstlosigkeit bringen und sie in Frieden gehen können. Diese Hilfen hatten die Gekreuzigten damals nicht. Sie haben nach Atem gerungen bis zum bitteren Ende. Kein schöner Text am heutigen Karsamstag für Sie als Leser/-in. Aber ich schreibe, was mir gerade kommt. Und dazu gehört auch, dass dieser Jesus diesen sog. Heilandsruf auch noch heute hinausschreit, vielleicht mehr denn je: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken„.

Wenn Corona will, steht (fast) alles still, Update 26 vom 10.04.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Die Konfirmation bei uns in Altensittenbach sollte am 19.04.2020 stattfinden. Sie ist abgesagt worden. Meine Gedanken gehen zurück an das letzte Samstagtreffen mit der Gruppe. Wie immer kurz vor der Konfirmation stand als Thema auf dem Programm: „Jesus vergibt mir meine Schuld“. In der Regel wählen wir als Einstieg die Überlegung, wo Jugendliche sich sonst nicht so ganz an Recht und Ordnung halten. Also z.B. „Ich schreibe in der Schule ab“, „Ich gehe bei rot über die Ampel“, „Ich fälsche eine Schulnote“ usw. Dann versuchen wir den Übergang zu finden, dass es bei diesem Thema weniger um moralische Schuld geht oder um bestimmte Übertretungen bei weltlichen Gesetzen. Es geht vielmehr darum, dass die Beziehung von Gott zu uns Menschen unterbrochen ist. Es geht darum, dass Jesus durch sein Leben und Sterben am Kreuz diese Beziehung zu Gott wieder in Ordnung bringt und mir vergeben wird. Ich muss nicht mit Schuldgefühlen weiterleben. Vor einigen Jahren haben wir uns dabei als Impuls ausgedacht, dass die Jugendlichen Jesus wie einen Verbrecher suchen sollten ohne dass sie das vorher wissen. Früher war es ja so, dass Steckbriefe ausgehändigt wurden. Ich selbst erinnere mich an die RAF-Zeiten in den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. In jedem noch so kleinen Dorf hingen die Plakate mit Bildern und Texten der Gesuchten aus. Gesagt, getan. Wir geben den Konfirmanden solch einen „WANTED-Zettel“ und sie sollten aufgrund eines Textes den Verbrecher malen, so dass das gesamte Blatt ausgehängt werden könnte. Der Text des Verbrechers lautet: „Er ist weder stattlich noch schön. Wir fanden ihn unansehnlich und er gefiel uns nicht. Er wurde von allen verachtet und gemieden. Er war von Krankheit und Schmerzen gezeichnet. Seinen Anblick konnten wir kaum ertragen. Wir wollten nichts von ihm wissen und haben ihn verachtet„. Im Folgenden ein Bild, das ein Konfirmand in diesem Jahr gezeichnet hat.

Sieht doch ganz schön furchterregend aus, oder?

Jede/r aus der Gruppe malt sein Bild, legt es auf den Boden und erklärt es. Wenn das alle getan haben, kommt ein/e Mitarbeiter/-in und legt ein Bild mit Jesus am Kreuz hin und ich sage: „Ihr habt jetzt Jesus gemalt“. Großes Erstaunen – Stille – danach nur ein paar wenige Kommentare. Die innere Vorstellung vom Aussehen des Gesuchten und die Auflösung ist nur schwer zu begreifen. Die Beschreibung des Gesuchten sind Worte aus Jes 53, 2b – 3 nach der „Hoffnung für alle“. Dieses sog. vierte Gottesknechtlied beim Propheten Jesaja hat schon den Christen in der „Urgemeinde“ ermöglicht, das Kreuzigungsgeschehen zu begreifen und in einen Zusammenhang mit der Verheißungsgeschichte Gottes zu bringen. Sie erkannten: Das, was mit unserem Meister (Rabbi) geschehen ist, können wir als Erfüllung der Worte aus dem Alten Testament begreifen. Das hilft auch mir, den heutigen Karfreitag so anzunehmen, wie das im Neuen Testament beschrieben ist. Es hilft mir, den Sinn des Kreuzes zu verstehen. Interessant ist für mich, dass dieses mal etliche Konfirmanden den Gesuchten mit „Teufelshörner“ gemalt haben. Haben Sie das eher aus Spaß gemacht? Oder haben Sie unbewusst etwas davon gespürt, dass dieser Gesuchte also Jesus – etwas mit der Macht der Finsternis zu tun hat und wie er diese durch den Kreuzestod besiegt hat.

Das wollte ich bei unserem letzten Treffen noch fragen. Dazu ist es aber leider durch die Coronakrise nicht mehr gekommen.

„Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilt (Jes 53, 4 – 5).

Wenn Corona will, steht (fast) alles still, Update 25 vom 09.04.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Heute feiern Christen den Gründonnerstag. Sie erinnern sich an die Einsetzung des Hl. Abendmahles durch Jesus am Tag bevor er starb. Mit der Taufe gehört diese Feier zu den beiden Sakramenten in der evangelischen Kirche. Während die Taufe ein einmaliges Ereignis ist, das die Neugeburt in Jesus Christus symbolisiert, sollen und dürfen Christen das Hl. Abendmahl immer wieder feiern. Jesus sagt selbst zu seinen Jüngern: „Das tut zu meinem Gedächtnis“ (Lukas 22, 19b). Für mich interessant: Der Verräter Judas war auch mit dabei. Er war nicht davon ausgeschlossen. „Doch siehe, die Hand meines Verräters ist mit mir am Tisch (Lukas 22, 21). Bei der Feier des Hl. Abendmahles will ich deshalb ein weites Herz haben und nicht engführend sein. Ein Freund und Kollege von mir war am letzten „Gottesdienstsonntag“, den 15.03.2020 in Oberkrumbach im Gottesdienst und hat die Kanzelabkündigung des Landesbischofes gehört. Das hat ihn dazu veranlasst, grundsätzliche Aussagen zum Thema auf Facebook zu schreiben. Dort heißt es u.a.: „Im Heiligen Mahl, in der Eucharistie, feiert die Gemeinde Christus in ihrer Mitte. Er kommt zu den Seinen. Er gibt ihnen sein Leben. Das Heilige Mahl ist ein Lebensmahl. Es ist Ausdruck der Lebensfreude. Wenn wir Christus essen und trinken, dann haben wir Anteil an seinem Leben. Sein Leib wird zu unserem Leib. Das ist die Wandlung!…Heilmittel der Unsterblichkeit. So wird in der Tradition das Heilige Mahl auch bezeichnet. Denn es gibt uns Anteil an Christus. Sen Leben ist unser Leben. Es weist über die Grenzen des biologischen Lebens hinaus„. In den weiteren Ausführung weist er darauf hin, dass der Coronavirus in sich die Chance trägt, neue Formen des Gottesdienstes zu finden. Er nennt die „Hausgottesdienste, wie sie in der frühen Kirche üblich waren„, die z.B. auch „die Gestalt des Haus- bzw. Familienabendmahles haben“ können. Das erinnert mich daran, dass mein Frau und ich in schwierigen Zeiten das oft praktiziert haben und jetzt auch wieder täglich feiern. Da muss es keine ausgefeilte Liturgie geben. Jeder von Ihnen als Leser/-in kann das in der eigenen Familie praktizieren. Auf den Tisch steht ein kleines Gefäß mit Wein, daneben ein kleiner Teller mit Brot. Es kann auch eine Kerze angezündet oder ein Kreuz hingestellt werden. Einer oder alle sprechen die Einsetzungsworte. Sie finden sich im Gesangbuch unter EG 905, 5 (Hauptstück 5 im Kleinen Katechismus). Danach geben Sie sich gegenseitig Brot und Wein weiter mit den sog. Spendeformeln („Für dich gegeben“, „Für dich vergossen“). Danach kann ein Gebet gesprochen werden so wie sich das z.B. im EG unter Nr. 677 findet. Danach das Vaterunser und einen gemeinsamen Segen, der ganz einfach lauten kann: „Es segne und behüte uns der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Hl. Geist“. Grundsätzlich finde ich alle Texte auf EG 677 sehr gut. Aber Gott schaut da nicht auf eine genaue Form, sondern er schaut auf das Herz des Einzelnen, der das Heilige Abendmahl feiert. Manche verbinden das auch mit einem Abendessen und feiern dann das sog. Agapemahl. In Altensittenbach habe wir gelegentlich das bei den sog. „Sonntagsbegrüßungsfeiern“ praktiziert. Solch eine häusliche Form trägt nicht nur in Coronazeiten.

Der Link für die Ausführungen meines Kollegen:

Wenn Corona will, steht (fast) alles still, Update 24 vom 08.04.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Heute ist ein besonderer Tag. Nicht nur, weil heute Abend von 17.00 – 18.30 Uhr das vermutlich größte Gebetstreffen stattfindet, das je es in Deutschland gegeben hat. Heute ist ein besonderer Tag, weil die jüdische Gemeinde das Passahfest feiert. Sie gedenkt in einer besonderen Art und Weise der Rettung von der Knechtschaft aus Ägypten. Zum ersten Mal ist dieses besondere Fest in der Bibel direkt nach der Ankündigung der zehnten Plage in Ägypten erwähnt. Zwischen Ankündigung und Vollzug dieser letzten Plage sind die Worte der Einsetzung des Passahfestes in 2. Mose 12 zu lesen. Die Bibel ist also so gestaltet, dass diese Worte wie eine Art Verheißung für das noch ausstehende Wunder gesprochen werden. Noch ist die Rettung nicht sichtbar, aber das Volk sollte schon vorher den Sieg über die Knechtschaft und die nachfolgende Befreiung aus der Gefangenschaft feiern. Und zwar so, dass die Menschen erkennen, dass Gott, der HERR (Jahwe) am Werk ist und zu seinen Verheißungen steht. Das Passahfest wurde so zum Zeichen der Hoffnung auf ein zukünftiges Eingreifen Gottes. Gott, der HERR hatte viele Jahre vorher zu Mose am brennenden Dornbusch gesagt: „Geh hin und versammele die Ältesten von Israel und sprich zu ihnen: der HERR, der Gott, eurer Väter, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, und hat gesagt: Ich habe mich euer angenommen und gesehen, was euch in Ägypten widerfahren ist und habe gesagt: Ich will euch aus dem Elend Ägypten führen in das Land, darin Milch und Honig fließt“ (2. Mo 3, 16-17a). Es war ein langer Weg für Mose bis diese Verheißung in Erfüllung gegangen ist. Er musste viele Widerstände durchleben. Nicht nur gegenüber dem Pharao von Ägypten, sondern auch gegenüber den eigenen Leuten. Ihnen ging die Befreiung aus der Knechtschaft nicht schnell genug (Gehen Ihnen die Forderungen nach Lockerung der Ausgangssperre auch nicht schnell genug?). Die Israeliten hatten alle Hoffnungen auf Mose gesetzt. Aber nach den ersten Plagen wurde es nur noch schlimmer und aus Ärger hatte der Pharao die Maßnahmen gegenüber den Israeliten verschärft und Mose war in einer ganz schwierigen Situation. Sowohl vom Pharao als auch von seinen eigenen Leuten wurde er unter Druck gesetzt. Da half auch wenig, dass ab der vierten Plage nur noch die Leute von Ägypten betroffen waren. Das Volk Israel wollte möglichst schnell die Wende und damit die Freiheit aus der Knechtschaft. Aber Mose blieb ruhig und hat darauf vertraut, dass Gott handeln wird nach seiner Verheißung. Nach der zehnten Plage sollte es endlich so weit sein. Aber vorher versammeln sich die Israeliten und geben Gott mit diesem Passafest (= Fest der Verschonung) die Ehre. Und jedes Jahr gedenkt das Volk der Juden dieses Ereignisses. Ein Hinweis für uns in dieser schwierigen Situation: Auf Gott zu vertrauen mitten in der Krise. Verheißungen Gottes im eigenen Leben entdecken und sie in Erinnerung rufen. So bleibt Gott gegenwärtig im Hier und Jetzt.

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Bitte nicht vergessen: Heute wird zum Gebet für Deutschland eingeladen. Unterstützt wird die Veranstaltung neben vielen kirchlichen Würdeträgern u.a. auch von dem Sänger Peter Maffay und vom Fußballtrainer Heiko Herrlich. Die Schirmherrschaft hat der bayrische Ministerpräsident, Markus Söder.
Von 17.00 – 18.30 Uhr können Sie mitbeten unter www.deutschlandbetetgemeinsam.de oder im BibelTV.