Hervorgehobener Beitrag

Studienfahrt in die Masuren

Vom 01.09. – 10.09.2021 findet in diesem Jahr wieder eine Studienfahrt statt. Die Reise geht nach Polen. Über Breslau fahren wir zur größten Backsteinfestung Europas nach Marienburg. Dann geht es weiter nach Danzig mit Stadtführung und Orgelkonzert in der Basilika Olivia. Endziel ist das Gebiet der Masuren mit der Barockwallfahrtskirche Heilige Linde und Schifffahrt auf dem Spriding-See. Die Wolfsschanze wird nicht ausgelassen. Nach einem Tag zur freien Verfügung fahren wir nach Warschau und weiter nach Krakau. Am vorletzten tag fahren wir über Auschwitz (KZ kann besichtigt werden) weiter nach Prag. Die Heimfahrt erfolgt über Marienbad. Zusteigemöglichkeiten gibt es u.a. in Forchheim, Gräfenberg und natürlich hier in Altensittenbach. Im Geamtpreis von 925,– Euro (EZ-Zuschlag: 190,– Euro) sind 9 x Übernachtung(Halbpension sowie Busfahrt, Stadtführungen und Eintritte erhalten. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an das Pfarramt unter 09151/862920 oder per Mail unter Pfarramt.Altensittenbach@elkb.de

Viel Spaß zum Abschluss bei der Kanufahrt

Die Jungen und Mädchen dieser Konfirmandengruppe hatten es wirklich nicht leicht. Die Treffen im März 2020 sind ganz ausgefallen. Vom September – Dezember 2020 gab es dann wieder präsentische Treffen. Aber ab Januar 2021 trafen sich die Beteiligten dann wieder digital per Zoom. Die Konfirmation wurde auf den 25.07.2021 verlegt. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Dank an Euch für Euer Durchhalten) waren sehr dankbar über diese „tolle“ Truppe. So wurde schließlich für den Montag nach der Konfirmation ein Konfirmandentag angesetzt, bei dem das Kanufahren auf der Pegnitz im Mittelpunkt stand. Voller Eifer wurden die 2-er und 3-er Kanus gefahren und es kam nur zu ganz wenigen „nassen“ Zwischenfällen. Beim Haltepunkt Alfalter gab es die Möglichkeit, mit einem Seil einen Sprung in die Pegnitz zu wagen.

Voller Elan wurde diese über 6 km lange Strecke in Angriff genommen und jede/r war dabei gut mit Schwimmwesten gesichert.

Am Endpunkt in Hohenstadt stiegen alle voller Freude und erleichtert wieder aus. In Erinnerung wird dieser Tag sicherlich lange bleiben.

Hersbruck betet

Die Evangelische Allianz Hersbruck lädt sie am Sonntag den 18. Juli ein, das Schöne mit dem Schönen zu verbinden – Spaziergang und Gebet. Zwischen 14 und 18 Uhr finden Sie Inspirationen zum Gebet an 10 Stationen in Hersbruck. Route und Reihenfolge wählen Sie selbst. Um 19 Uhr findet in der Johanneskirche ein gemeinsamer Abschluss statt.

Die Stationen:

Eine Karte von Hersbruck mit den angegebenen Stationen

Cocojoc Weltladen, Kugelgasse 8: Gebet für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt

Begegnungsstätte KOMM, Pragerstraße 24: Gebet für Menschen auf der Flucht und für deren Unterstützer

Sigmund-Faber-Heim: Gebet für Menschen in helfenden Berufen

Sitzbank Ecke Poststraße und Johannes-Scharrer-Straße: Gebetsbriefkasten

Schloss/Amtsgericht: Gebet für Weisheit, Verständnis und Verstand

Stadthaus, Schlossplatz 4a: Gebet für die Kommune

Schulzentrum, Happurger Straße: Gebet für die Schule und die junge Generation

Kreuz (an der EMK), Mühlstraße 21: Mit Jesus Christus unterwegs

Rosengarten: Gebet für die Schöpfung

Alter Friedhof, Auferstehungskirche, Ambergerstraße: Gebet für Trauernde und Hinterbliebene

Es lädt ein die Evangelische Allianz Hersbruck: Evang. luth. Gemeinden Stadtkirche, Johanneskirche, Altensittenbach, Oberkrumbach und Kirchensittenbach, Evang.-meth. Kirche Hersbruck, Landeskirchliche Gemeinschaft Hersbruck und Evangelisch Freikirchliche Gemeinde Hersbruck

Vitamin C Gottesdienst – Thema „Stolz“

Der Sommer macht’s möglich, dass nicht nur der Sonntagsgottesdienst draußen veranstaltet werden kann. Auch die Vitamin C Gottesdienste zog es bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenstrahlen auf die Kirchhofwiese. Dort trafen sich die jungen Leute gemeinsam mit der Band, um miteinander unter freiem Himmel Gottesdienst zu feiern.

Mit neuen Liedern im Gepäck der noch jungen Band, wurde ein schöner Lobpreisteil angeboten. Anschließend predigte Viktor Ambrusits über den Stolz.

Viktor Ambrusits bei seiner Predigt.

Wo begegnet uns Stolz und wie sind die verschiedenen Erscheinungsformen. Ambrusits schaute „hinter“ die Kulissen des Stolzes mit Beispielen aus dem Gleichnis des Zöllners von Jesus und der Geschichte von Nebukadnezar. Und er kam zu folgendem Schluss:

Stolz sein ist natürlich ok, aber es ist dabei wichtig, nicht zu vergessen, dass man alles nicht nur alleine geschafft hat. Da waren die Freunde, Familie, Umstände – die besondere Gelegenheit und Begegnung die mich unterstützt haben und zu dem gemacht haben, was ich bin und worüber ich glücklich und stolz bin.

Das Gegenteil von Stolz ist nicht Demut. Das Gegenteil von Stolz ist Dankbarkeit. Gegenüber den Menschen, den Umständen, den Freunden und der Familie – und Gott…

Gottesdienst zu Pfingsten

Noch ist kein Gottesdienst mit Posaunenchor in der Kirche möglich. Die Inzidenzzahlen lassen aber erahnen, dass die dritte Welle vielleicht bald ihrem Ende zugeht. Nicht überall, aber im Nürnberger Land sinken sie langsam aber sicher.

Gut verteilt im Kirchhof unserer Kirche standen und saßen die Besucher beim Pfingstgottesdienst

Es ist kalt, weil der Mai in diesem Jahr noch nicht für Wärme gesorgt hat. Viele, in Winterjacken Gekleidete wollen aber das Pfingstfest mit einem Gottesdienst begehen.
Prädikant Alexander Krause hält diesen im Freien. Die Wiese auf dem Kirchhof ist ein angenehmer Ort dafür. Hier hat auch der Posaunenchor genügend Platz und mit seiner lebhaften Musik stimmt er die Besucher/innen ein auf das dritte wichtige Fest im Kirchenjahr.

Prädikant Alexander Krause

Pfingsten, das Fest bei dem manch einer gar nicht weiß, was es überhaupt bedeutet. Es gilt als der Geburtstag der Kirche und Christen feiern den Heiligen Geist, der alle Gläubigen weltweit erfüllt und verbindet.

Kurzzeitig fiel auch ein Sonnenstrahl durch die Wolken auf unsere Kirche

Weltweit soll er uns verbinden, weltweit sollen wir uns verstehen. Dabei ist Kommunikation meist gar nicht so einfach. „Wenn zwei Menschen miteinander kommunizieren, dann ist es Glückssache, wenn sie einander verstehen“, so Alexander Krause. In seiner Predigt hat er sehr ausführlich gezeigt, dass jeder Mensch mit seiner eigenen „Sprache“ in ein Gespräch geht. Neben Worten bringt er noch einen ganzen Haufen anderer Dinge mit in eine Unterhaltung: Den eigenen Charakter, das eigene Temperament, seine Vorgeschichte, seine Erziehung, wie er gerade drauf ist und die eigene Einschätzung dessen, der gerade vor ihm steht. Das Gleiche bringt der Gesprächspartner mit. Manchmal geht das gut und manchmal passt das gar nicht zusammen. Echte, aufrichtige Kommunikation ist schwierig, weil sie von sehr vielen persönlichen Befindlichkeiten beeinflusst wird. Was kann da alles schief gehen?
Umso wichtiger ist es das Gespräch immer wieder zu suchen und Festlegungen nicht auf Dauer beizubehalten. Was heute schlecht gelaufen ist, kann morgen wieder anders aussehen.

In einem Gedicht von Susanne Kramer heißt es in der letzten Strophe:
Verborgen wirket Gottes Geist
Mit sanften, zarten Händen,
wie Mutter uns die Wege weißt,
wo Angst und Trauer enden.
Sie gibt uns Mut hindurchzusehn
und aufeinander zuzugehn,
umhüllt uns mit Verstehn.

Endlich wieder einmal Posaunentöne bei einem Gottesdienst

Wenn Corona will, steht (für Genesene und Geimpfte) noch weniger still, Update 442 vom 31.05.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Lobe den Herrn, meine Seele

Heute schreibe ich mein letztes Update. Ich habe mehrere Anläufe für einen Schluss gesucht. Aber die Coronapandemie zog sich wie ein Kaugummi in die Länge. Mein ursprünglicher Plan, genau ein Jahr zu schreiben, habe ich deshalb irgendwann über Bord geworfen. Als das Ende sich langsam aber sicher doch nahte, habe ich von Gott immer wieder eine Antwort gesucht, was ganz am Ende stehen soll. Irgendwie war in mir, dass es wie beim Update Nr. 1 ein Psalm sein sollte. Soll der Ps 130 alle Geschichten und Gedanken einrahmen? Irgendwie war ich mit dieser Idee nicht zufrieden.

Dann eines Tages, am Samstag vor Exaudi, dem Sonntag vor Pfingsten, wache ich auf und in mir war der Gedanke: Drehe die Zahlen einfach herum. So wurde aus Ps 130 der Ps 103. Das passt. Ich wusste, dass war ein Gedanke von Gott. Am Anfang der Bußpsalm – am Ende der bekannte Dankpsalm. Er soll am Ende stehen. Es ist mein Dank gegenüber Gott, dass ich persönlich vor diesem Virus verschont geblieben bin. Es soll auch ein Dank sein, dass ich während dieser ganzen Zeit immer wieder Ideen, Geschichten und Einfälle hatte, um diese lange Zeit so zu gestalten. Am Ende steht der Dank gegenüber Gott und vielen Menschen, die mir Feedback gegeben und die diese Updates gelesen haben.

Lobe den Herren, meine Seele und was in mir ist seinen heilige Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat; der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsere Übertretungen von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten. Lobe den HERRN, meine Seele!

Wenn Corona will, steht (für Genesene und Geimpfte) noch weniger still, Update 441 vom 30.05.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Ein Dorf nach mir benannt! Wer hätte das gedacht?

Es war ein langer Weg vom 16.03.2020 bis zum heutigen Tag. Damals hätte ich nicht gedacht, dass nicht nur die Coronapandemie so lange dauern würde. Ich hätte niemals geglaubt, dass ich diese Updates so lange Zeit schreiben werde. Ich habe es gerne gemacht und viele Gedanken, Erlebnisse, Eindrücke und Impulse aufgenommen und zu Papier gebracht. Dankbar war ich dafür, dass sich auch andere daran beteiligt haben mit ausgezeichneten Gedanken. So kam Farbe in diese schriftlichen Aufzeichnungen.

Herr Metzger, war das nicht oft schwer für Sie? Mussten Sie nicht manchmal die Gedanken aus den Finger saugen? War das nicht oft Stress?“ Ganz ehrlich: Nein, das war nicht so. Ich hatte schon als Kind die Gabe, alltäglich kleine Erlebnisse zu Papier zu bringen. Das hat mir vor allem bei den Aufsätzen geholfen. Erlebniserzählungen waren für mich kein Problem. Manchmal ging bei mir die Phantasie durch. Die Lehrerin der 6. Klasse meinte vor der Klasse: „Das, was der Gerhard Metzger schreibt ist sicherlich nicht so ganz genau passiert. Aber es geht hier um Erlebnisse und Gefühle, nicht um Tatsachenbeschreibungen“. Ich hatte bei ihr ein Stein im Brett und sie hat sich oft köstlich über meine Geschichten amüsiert.

Am 15.08.2020 war ich in München. Nicht in der Stadt München, sondern im kleinen Dorf München bei Hirschbach. Ich habe darüber im Update 179 vom 10.09.2020 erzählt. Nicht weit davon entfernt, bin ich damals an einem interessanten Ortsschild vorbeigefahren. Es zeigte den Namen „Gerhardsberg“ an. Natürlich bin ich diesem Wegweiser gefolgt. Immerhin wusste ich bis zu diesem Datum nicht, dass ein Ort nach mir benannt ist. Die fränkische Alb birgt eben viele Geheimnisse. Ich wusste auch nicht, dass es ein Berg ist, um zu mir zu kommen. Wie kommt einer nur auf die Idee, nach mir solch einen Ortsnamen auszuwählen? Wenn ich das erfahre, dann werde ich ihn gleich mal fragen. Jetzt jedenfalls ist diese Fahrt der Updates für mich zu Ende. Und das nicht in Gerhardsberg, sondern hier in Hersbruck. Denn morgen schreibe ich wirklich zum letzten Mal – ungelogen. Unsere Kirchengemeinde startet einen Instagram-Account. Vielleicht bringe ich dann noch ein paar Geschichten unter.

Wenn Corona will, steht (für Genesene und Geimpfte) noch weniger still, Update 440 vom 29.05.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

All Morgen ist ganz frisch und neu

All Morgen ist ganz frisch und neu, des Herren Gnad und große Treu; sie hat kein End den langen Tag, drauf jeder sich verlassen mag. O Gott, du schöner Morgenstern, gib uns, was wir von dir begehrn. Zünd deine Lichter in uns an, lass uns an Gnade kein Mangel han“.

Dieses Morgenlied unter der Nr. 440 (deshalb beim heutigen Update) im Evangelischen Gesangbuch weckt in mir das, was ich am Morgen oft verspüre: Morgenlust, Freude auf den vor mir liegenden Tag. Ich denke an Dietrich Bonhoeffer, der davon gesprochen hat, dass die Nacht die Tageszeit der Dämonen ist und der Morgen die Tageszeit der Engel.

„Morgenstund hat Gold im Mund“. Dieser pädagogische Lehrsatz wurde sicherlich nicht nur mir oft genug schon als Kind gesagt. Ich habe lange gebraucht, um auch die Menschen verstehen zu können, die sich am Morgen schwer tun. Das sind die „Nachteulen“. Sie leben am Abend auf und kommen am Morgen kaum aus den Federn. Mittlerweile habe ich auch Menschen kennengelernt, die leicht in Depression fallen und dann erst recht kaum vor Mittag aus dem Bett kommen.

Ich schaue auf den Liedtexter und lese Johannes Zwick um 1541. Das weckt mein Interesse. Denn damit hat er noch Martin Luther gekannt, der fünf Jahre später gestorben ist. Zu dieser Zeit wüstete die Pest. Johannes Zwick lebte als Jurist in Konstanz und predigte dort. Er gilt als „Reformator in Konstanz“. Als Seelsorger erlebte er das Elend dieser Epidemie am eigenen Leib. 1540 wäre er fast daran gestorben. Er überlebte diese und noch andere Perstwellen. Im nahegelegenen Bischofszell vertrat er einen Kollegen und setzte sich dort selbstlos für die Todkranken ein. Nach sechs Wochen erlag er der Pest am 23.10.1542 und hinterließ als Vermächtnis viele Glaubens- und Trostlieder.

Dieses Lied „All Morgen ist ganz frisch und neu“ ist offenbar nach dem bekanntesten Vers aus den Klageliedern des Jeremias gedichtet worden. „Die Güte des HERRN ist es, dass wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat doch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu und deine treue ist groß“ (Klagelieder 3, 23). Wer hätte das gedacht, dass dieses erfrischende Lied aus einer Epidemie- und Todeserfahrung kommt. Durchaus auch ein Weg für uns heute. Nicht nur auf diese Coronaepidemie zu schauen, sondern auf den, der mein Leben erhält und der meine Zeit kennt.

Treib aus, o Licht, all Finsternis, behüt uns, Herr, vor Ärgernis, vor Blindheit und vor aller Schand und reich uns Tag und Nacht dein Hand. Zu wandeln als am lichten Tag, damit, was immer sich zutrag, wir stehn im Glauben bis ans Ende und bleiben von dir ungetrennt“.

Meine Schwägerin Silvia Dörr spielt das Lied auf dem Klavier.

Wenn Corona will, steht (für Genesene und Geimpfte) noch weniger still, Update 439 vom 28.05.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Der Abschied naht!

Ich bin jetzt 63 Jahre alt. Unter normalen Umständen bin ich noch knapp drei Jahre Pfarrer hier in Altensittenbach. So langsam gehen die Gedanken auch an den Ruhestand. Vor allem kreisen sie auch darum, wo und wie werden meine Frau und ich diesen erleben. Bis jetzt sieht es so aus, dass wir irgendwo in Hersbruck eine Mietwohnung nehmen werden. Ich darf gar nicht dran denken, wohin wir all unsere vielen Möbel und Kleingram hinbringen bzw. wegwerfen müssen. Da hat sich im Lauf der Jahre sehr viel angesammelt. Von einem großen Haus in eine kleine Mietswohnung: Da müssen wir uns von vielen trennen.

Das gilt auch für bestimmte Beziehungen und/oder Verhaltensweisen. Manches mag dann gut sein. Ich stehe nicht mehr so viel als „Pfarrer“ im Mittelpunkt, sondern vielleicht mehr als „normaler“ Mensch. Vor zwei Wochen ist das alles bei mir besonders „aufgeploppt“. In der bayrischen Landeskirche müssen demnächst 10 % der Pfarrstellen eingespart werden. Es gibt zu wenig theologischen Nachwuchs. Auch Altensittenbach wird das irgendwie treffen. Jeder Kirchenvorstand füllt einen sog. Erkundungsbogen aus und gibt ihn weiter. Der Kirchenvorstand aus Altensittenbach hatte eine Sitzung mit diesem einen Thema. Im Laufe des Abends (der virtuell stattfand), fiel sehr häufig der Satz: „Pfarrstellenwechsel. Wie geht es dann weiter?“.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht in der Häufigkeit und so konzentriert Gemeindemitglieder über meinen Abschied diskutieren hören. Ich musste immer auch ein wenig „durchschnaufen“ und merke: Der Abschied rückt näher und damit auch liebgewordene Beziehungen und Gewohnheiten. Was selbstverständlich war, wird dann nicht mehr sein. Den Gedanken: „Was kommt danach?“ kann ich nicht mehr zurückdrängen. Er steht mir allein durch die Diskussion zum neuen Landesstellenplan stetig vor Augen. Jetzt heißt es umso mehr, was im Buch des Propheten Jesaja im 58. Kapitel steht und sich auf das Fasten bezieht: „Lass los“. Ich hoffe nur, dass dann auch das andere gilt: „Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt“ (Jes 58, 11).

Wenn Corona will, steht (für Genesene und Geimpfte) noch weniger still, Update 438 vom 27.05.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Mensch, ärgere dich nicht

So schlimm diese ganze Coronakrise auch ist, sie schenkt mir immer wieder neue Erfahrungen. Sogar in der Gemeindearbeit haben wir Methoden über Videokonferenzen entwickelt, die auch bei präsentischen Veranstaltungen in Zukunft geplant werden können.

Auch bei persönlichen Begegnungen erlebe ich Überraschungen. Bei einem Geburtstagsbesuch komme ich zu einem Ehepaar. Vor mir liegt auf dem Tisch das Spielfeld von „Mensch, ärgere dich nicht“. Sofort kommen in mir Kindheitserinnerungen hoch. Weit über mehrere hundert Mal habe ich dieses Spiel von Kind an bis ins Erwachsenenalter gespielt. Irgendwann habe ich auch die Variante „Pachisi“ kennengelernt. Der pädagogische Effekt ist nicht zu verleugnen. So lernen auch schon Kinder, dass es im Leben nicht nur Erfolgsmeldungen geben wird. Spannend finde ich auch die unterschiedlichen Regeln. Bei uns war es so, dass mein eigener Stein wieder ins Haus musste, wenn er das Schlagen vergessen hatte. Wenn noch alle Steine im Haus sind, durften wir dreimal würfeln um eine Sechs zu erreichen. „Ich sehe, Sie spielen gerne „Mensch ärgere dich nicht“. Das habe ich zum Ehepaar gesagt und mich spontan für eine Spielrunde angeboten. Gesagt – getan. Das Ehepaar wird das vermutlich nicht vergessen, dass der Pfarrer mit ihnen beim Geburtstagsbesuch gespielt hat (und ich auch nicht).

Es hat mir wieder sehr viel Spaß gemacht. Bei diesem Spiel gibt es eine Situation, die wirklich ärgerlich ist: Wenn der eigene Stein direkt vor dem Ziel noch geschmissen wird. Vor allem auch dann, wenn es der letzte Stein ist. Das alles ist für mich durchaus ein gutes Beispiel für die gegenwärtige Situation. Wie oft habe ich positive Meldungen gehört. Ich hatte schon eine große Hoffnung in mir. Und dann ging es doch wieder fast von vorne an. Ich schreibe diese Zeilen am 13.03.2021. Gerade habe ich gehört, dass Italien bis Ostern in den dritten Lockdown geht. Noch vor vier Wochen haben dort die Politiker „groß getönt“, dass sie die Pandemie im Griff haben und mit den drei Farben-Ampel jetzt geöffnet haben. Das ist schon wieder Schnee von gestern. Es sind jetzt doch nicht „alle Steine“ im Ziel. Es muss wieder neu gedacht und gehandelt werden. Und plötzlich steht unser geplanter Jahresurlaub ab Pfingsten wieder mal in den Sternen. Da kann ich nur eines sagen: Mensch, ärgere dich nicht“. (Und heute, am 27.05.2021 sind wir doch wieder in Italien am Cavediner See, 15 km nördlich vom Gardasee).