Wenn Corona will, steht (wieder überall) fast alles still, Update 305 vom 14.01.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

So rein wie Schnee werden

Ich schaue aus dem Fenster. Und in diesem Jahr gibt es zur Zeit eine große Überraschung. Ich sehe sehr viel Schnee. Es ist schon viele Jahre her, dass es am Anfang Januar draußen so weiß war. In meiner Kinderzeit war das noch anders. Fast jedes Jahr hat es so viel geschneit, dass ich als Kind von der Haustür weg die Ski anschnallen konnte um loszufahren. Mein Pech war damals allerdings, dass es nirgends in der Nähe Hänge gab, geschweige denn gespurte Loipen. Fast alle Kinder hatten Gummistiefel an und diese wurden in einer festen Bindung an den Ski geschnallt. Den Unterschied von Langlaufski und Pistenski gab es auch noch nicht. Wir mussten bis zu 3 km fahren um wenigstens einen einigermaßen steilen Hang zu erreichen. Egal! Wir freuten uns dennoch über das weiße Nass.

In der 11. Klasse des Gymnasiums ging es in die Berge zum jährlichen Skilager, das eine Woche dauerte. Meine Eltern kauften für mich für 150 DM Skischuhe. Aber nach drei Tagen gab es einen Scharlachverdacht in unserer Gruppe (keinen Coronaverdacht!!!!!). Die letzten drei Tage durften wir nicht mehr fahren, sondern nur noch Wandern. Dann wieder zurück und die Skischuhe blieben in der Ecke. Was für teure Schuhe? 150 DM und insgesamt 3-mal benutzt!!! Ebay und Tauschbörsen gab es 1975 noch nicht!!! Irgendwie hat mir dieses Erleben das Gefühl für Schifahren verleidet. Natürlich war nicht daran zu denken, dass mein Vater als Landwirt für ein Wochenende oder länger in die Berge mit uns als Familie zum Skifahren gegangen ist. Die Gegend zwischen Rothenburg o/T und Uffenheim gilt als eine der trockensten Gegenden von ganz Deutschland. Den Landwirten wird im Sommer „das Wasser abgegraben“ und es wird in Zukunft sicherlich nicht einfach sein, diesen Beruf dort weiterhin auszuüben. Es herrscht dort deshalb jetzt Schneemangel und manches Kind aus Habelsee war noch nie auf Ski gestanden. In meinem ganzen Leben bin ich nur noch ein einziges Mal Langlaufski gefahren. Aber vielleicht wird es etwas in meiner Zeit als Pensionär!!!! Außerdem schaffe ich mir ein „gutes Gewissen“, weil ja Skifahren in den Bergen nicht gerade zu den umweltfreundlichsten Freizeittätigkeiten gehört.

Da komme ich auf die Idee, doch mal in der Bibel das Stichwort „Schnee“ zu suchen. Ich bin überrascht, wie oft das dort zu finden ist. Vor allem im Alten Testament wird der Schnee als Gegenbild zur Sünde bezeichnet. „Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich schneeweiß werde“ (Ps 51, 9). Gott ist es ein großes Anliegen, dass die Menschen in seinem Volk in ihrer Beziehung zu Gott nach seinem Willen leben. Sie sollen bei ihm bleiben und mit ihrem Herzen ihm vertrauen.

Das erste Kapitel beim Propheten Jesaja bringt das besonders klar auf den Punkt. Das Volk soll nicht vergebliche Opfer Gott darbringen, sondern mit ihrem Herzen glauben und Gutes tun. Und Gott will dazu Kraft geben. „Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schaffet den Wasen Recht, führet der Witwen Sache! So kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der HERR. Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden“ (Jesaja 1, 17 – 18).

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