Wenn Corona will, steht (wieder überall) fast alles still, Update 310 vom 19.01.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Der Christbaum ist der schönste Baum, den wir auf Erden kennen

Wir haben es tatsächlich geschafft. Alle haben zusammengeholfen. Strenge Hygienevorschriften haben uns geleitet. Und damit hat alles geklappt: die sog. Christbaumaktion.

Es war für mich eine der allerersten neuen Erfahrungen, als ich im Herbst 1996 nach Altensittenbach kam. „Herr Pfarrer, gleich nach den Weihnachtsferien findet die Christbaumaktion statt. Das ist wirklich eine tolle Aktion und ein wenig Geld kommt auch zusammen“. So wurde mir das vorgestellt. Vor allem Konfirmanden und Jugendliche sind an diesem Tag gefragt. Die „Versprechen“ wurden mehr als gehalten. Das Dorf wird in einzelne Bezirke eingeteilt und Gruppen mit bis zu vier Leute gehen zu den Häusern und fragen nach Christbäume, die entsorgt werden müssen. Danach werden Bäume zu Sammelstellen getragen und von dort zum Häckseln abgeholt.

In den ersten Jahren erlebte ich so manches Chaos. Vor allem hinterher. Denn es gab Würstchen oder Pizza zum Essen. Dann erlebte ich zwei Jahren hintereinander, dass die Pizza teilweise durch den Gemeinderaum geworfen wurde. Da war sicherlich auch ein wenig jugendlicher Übermut dabei. Aber es war für mich der Grund, eine andere Art und Weise für das „Hinter her Essen“ zu überlegen. Seit vielen Jahren macht nun der Jugendreferent Viktor Ambrusits Langos zum Essen, das vielen Jugendlichen sehr lieben und der Knoblauchgeruch hängt tagelang im Haus. Wer das nicht mag, kann Brezen essen. Manche Jugendliche vernaschen auch noch die Süßigkeiten, die sie erhalten haben.

In diesem Jahr war alles anders. In den Gruppen konnten nur zwei Leute laufen und Mund-Nasen-Schutz war natürlich Vorschrift. Es durfte auch keinen direkten Kontakt zu den Leuten im Haus geben. Es kamen aber dennoch 151 Bäumen zusammen und damit sogar vier mehr als im vergangenen Jahr. Da sind wir stolz und glücklich. Seit einigen Jahren beteiligt sich der Verein „Sittenbächer Kirwa e.V.“ an dieser Aktion. Ich bin dafür sehr dankbar. Dieser Verein spielt in meinem Leben an einer ganz anderen Stelle noch eine große und unvergessliche Rolle. Aber dazu mehr im Update 322 am 31.01.2021.

Mit dem Christbaum geht es so wie mit vielen anderen Symbolen. Sie haben einen teilweise heidnischen Ursprung und wurden mit dem Glauben an Jesus uminterpretiert und auf Christus bezogen. Manche lehnen das ganz ab. Ich meine aber, dass das durchaus gestattet ist. Denn auch schon vor dem Leben von Jesus auf dieser Welt, hat Gott diese Welt geschaffen und Menschen haben sich gefragt: Woher komme ich und wohin gehe ich? Immergrüne Bäume verkörperten schon im alten Ägypten das ewige Leben. Die Römer bekränzten zum Jahreswechsel ihre Häuser mit Lorbeerzweigen. Wann das Aufstellen des Christbaumes ein allgemein üblicher Brauch im Christentum wurde, weiß niemand so ganz genau. 1605 gibt es darüber im Elsass eine Aufzeichnung. 1611 schmückte Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien erstmals einen Weihnachtsbaum mit Kerzen. Ich verweise gerne neben dem „Immergrünen“ darauf, dass die Zweige wie Kreuze angeordnet sind und damit ein Hinweis auf Karfreitag und Ostern zu sehen ist. Als Kind und Jugendlicher habe ich gelernt: Der Christbaum wird bis zum 06.01. „angezündet“. Irgendwann im Studium habe ich dann erfahren, dass die Weihnachtszeit bis zu „Lichtmess“ geht (02.02.). Und das habe ich dann auf allen meinen drei Pfarrstellen auch so eingeführt.

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