Wenn Corona will, steht (endlich ein bisschen) weniger still, Update 366 vom 16.03.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Lege deine Sorgen nieder

Wissen Sie noch, was Sie vor einem Jahr, am 16.03.2020 gemacht haben? Ich weiß noch, dass ich meinen Computer angeschaltet und zuerst mein erstes Update noch einmal gelesen habe. Dieses hatte ich einen Tag vorher, am Sonntagabend spontan geschrieben. Es war der Psalm 130. Den Text habe ich auf DIN-A-3 kopiert und in die beiden Schaukästen an der Thomaskirche gehängt.

Wie andere auch, wartete ich gespannt auf die Erklärungen der Politiker. Noch am Tag vorher habe ich am Ende der beiden Gottesdienste in Oberkrumbach und Altensittenbach zur Gemeinde gesagt: „Ich weiß nicht, was kommen wird. Aber ich habe das Gefühl, dass dieser Gottesdienst der letzte in den nächsten Wochen sein wird“. So war es dann auch. Irgendwann im Verlauf des Sonntags hatte ich den Bußpsalm 130 in mir und wusste: Gott will, dass ich diesen Psalm veröffentliche. Noch heute steht er als Update Nr. 1 (dort bitte nach unten scrollen) auf der Homepage und der kopierte Zettel ist immer noch in den Schaukästen zu lesen. Wer hätte das damals gedacht, dass sich das so hinziehen wird?

Nach dem Frühstück habe ich am 16.03.2020 irgendwann meine beiden Walking-Stöcke genommen und bin gleich mal 18 km im schnellen Tempo gewalkt. Kurz vor dem Ende habe ich Menschen getroffen und sie gefragt, was denn so die Politiker sprechen: „Alles wird dicht gemacht“ war die Antwort. So hatte ich dann auch meine Überschrift für die ersten Updates: „Wenn Corona will, steht (fast) alles still“.

Genau ein Jahr später finden zumindest in mehreren Kirchengemeinden im Dekanat Hersbruck und damit auch bei uns Gedenkgottesdienste zum ersten Jahrestag des Lockdowns statt. Ich hoffe, dass es kein zweijähriges Jubiläum geben wird oder muss. Wir müssen alle irgendwann damit leben und es wird sich vieles (hoffentlich) wieder einspielen. Immerhin: Es gibt jetzt noch ein paar Updates als Zugabe, was ich nicht gewollt habe.

Der Gottesdienst heute Abend steht bei uns unter dem Motto: „Lege deine Sorgen nieder“. Ein sehr schönes neues geistliches Lied. Vielleicht ist es das Einzige, was bleibt und was jetzt wichtig ist. Ich denke auch an die Zeilen des Liedes aus dem Evangelischem Gesangbuch mit der Nr. 631 aus dem bayrischen Lokalteil:

All eure Sorgen, heute und morgen, bringt vor ihn, bringt vor das Kreuz. Ihr seid geborgen, heute und morgen, all eure Sorgen bringt vor ihn.

All eure Zwänge, Weite und Enge, bringt vor ihn, bringt vor das Kreuz. Was euch bedränge, Weite und Enge, all eure Zwänge, bringt vor ihn.

All eure Fragen, Freuden und Klagen, bringt vor ihn, bringt vor das Kreuz, Jesus wird tragen Freuden und Klagen, all eure Fragen, bringt vor ihn“.

Ich freue mich, dass meine Schwägerin Silvia Dörr jetzt das Lied. „Lege deine Sorgen nieder“ auf dem Klavier spielt und dazu singt. Und wer mit anderen zusammen heute Abend besinnlich und fürbittend auf die vergangene und die vorliegende Zeit schauen will, den lade ich hiermit sehr gerne zum Gottesdienst in Altensittenbach ein.

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