Wenn Corona will, steht (endlich ein bisschen) weniger still, Update 372 vom 22.03.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Wer sind die Millenials?

Haben Sie schon einmal den Namen Sophie Passmann gehört. Mir ist dieser Name ganz neu. Ich habe ihn zum ersten Mal in der Ausgabe der Hersbrucker Zeitung (Regionalausgabe der Nürnberger Nachrichten) vom 19.03.2021 gelesen. Sie ist 27 Jahre alt und wird auf S. 7 als junge Satirikerin, Autorin und Moderatorin vorgestellt. Aber mir fiel der Artikel sofort ins Auge. Die Überschrift lautete „Die Komfortzonenkinder“.

Sophie Passmann hat ein Buch mit dem Titel „Komplett Gänsehaut“ geschrieben. Darin beschreibt sie die sog. „Millenials“. Auch davon habe ich bis jetzt noch nichts gehört. Offenbar bin ich nicht mehr ganz „Up to date“. MIllenials ist die Generation plus/minus 27. Sie werden beschrieben als diejenigen, die ihre Jugend schon hinter sich haben und früh verspießert sind. Sie können nicht mehr gegen ihre Eltern protestieren, weil sie diese ja beerben wollen und werden. Sie sind in der Regel in die großen Städte gelaufen, zehren aber noch von ihrer ländlichen oder kleinstädtischen Herkunft. Sie leben in der Schnittstelle von selbstbewusst und selbstmitleidig. Der Autorin kommt diese Generation vor wie ein und dieselbe Person. Jedes Gespräch ist so, als hätte sie es genauso schon einmal geführt. Sie können sich inzwischen wortlos einigen, wobei sie ihre Individualität verloren haben.

Interessant ist der Hinweis, dass Leute wie Janis Joplin oder Jimi Hendrix mit 27 Jahren gestorben sind. Solch bekannte Persönlichkeiten sind nicht über das Alter hinausgekommen. Ihr Leben war vorbei, noch bevor es richtig begonnen hat. Dieses Leben war durchdrungen auf der einen Seite mit Lobeshymnen, radikalen Ansichten, die viele Jugendliche begeistert hat. Auf der anderen Seite war es aber auch eine Existenz mit Drogen, Alkoholexezzen und ausufernder Lebensweise. Ich selbst verbinde mit Jimi Hendrix vor allem den vermutlich besten Gitarrenspieler, den die Welt wohl gesehen hat. Auch als einen, der das Woodstock Festival geprägt hat. Ein Künstler, der fast nach jedem Konzert eine Gitarre zerschlagen hat. Aber gerade mit ihm verbinde ich auch einen Menschen, der sein kurzes Leben lang auf der Suche nach dem Lebenssinn war.

Und das ist mein Stichwort. Bei der Zahl 27 fiel mir beim Lesen sofort Psalm 27 ein. „Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? (Ps 27, 1). Vermutlich hat Sophie Passmann niemand auf diesen Psalm hingewiesen. Nach meiner Meinung würde sie eine Antwort finden auf die Lebensfrage der „Millenials“. Es ist im Grund die Frage nach dem festen Halt im Leben. Es ist die Frage nach Widerspruch und Auflösung der eigenen Lebensfragen. In allem will sich dieser HERR als Lebensgrundfrage anbieten.

Das wäre doch wirklich eine gute Antwort für all diejenigen, die an dieser Schwelle des Lebens stehen: nicht mehr jugendlich, aber noch nicht ganz klar in Beruf und Partnerschaft. Wie heißt es doch am Ende dieses Psalms: „Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde die Güte des HERRN im Lande der Lebendigen“ (Ps 27, 13 – 14). Das ist doch auch ein sehr gutes Motto in dieser Coronakrise. Ich habe mich gefreut, dass in diesem Jahr gleich zwei Konfirmanden den V. 1 dieses Psalms als KOnfirmationsspruch gwählt haben.

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