Wenn Corona will, steht (fast) alles still, Update 38 vom 22.04.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Monika Dorn

In dieser Zeit ….

In dieser Zeit, in der körperliche Nähe „verboten“ und somit nicht mehr möglich ist, spüre ich immer deutlicher, dass ein Grundbedürfnis in mir nicht mehr befriedigt wird:

Das Bedürfnis nach Berührung, das Bedürfnis nach einer freundschaftlichen Umarmung, auch der Blickkontakt, der mir das spontane zugehen auf Menschen ermöglicht durch das Wahrnehmen von Gestik und Mimik und das selber wahrgenommen werden.

Einfacher gesagt: Sehen und gesehen werden.

Wir bleiben auf Abstand. 1,5 bis 2m. Das Gesicht vielleicht hinter einer Maske zu 2/3 verborgen. In vielen Augen sehe ich Angst.

In meiner Seele beginnt sich etwas zu verändern in diesen Wochen der körperlichen Distanz. Eine eigenartige Traurigkeit und Leere macht sich in mir breit. Es ist als ob ich einen guten Freund verloren hätte, den ich unsagbar vermisse und der durch nichts zu ersetzen ist. Auch nicht durch noch so viele Freundestreffen via Internet.

Mitten in meiner Traurigkeit und Leere lese ich einen bekannten Satz, den Jesus zu seinen Jüngern gesagt hat: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18, 20)“.

Mein Blick fällt auf das Wort „versammelt“. Jesus meinte wohl wirklich das physische Zusammenkommen. Sehen, hören und vor allem spüren. Gemeinschaft ERLEBEN! Körperlich. Um der Seele Nahrung zu geben. Sozusagen die Zugewandtheit und Liebe des Andern mit ALLEN Sinnen erfassen. Und um den Geist auszurichten auf Gott.

Wie wichtig diese Gesamtheit aus Körper, Seele und Geist für unsere Gesundheit und  unsere Ausrichtung ist, wird jetzt besonders deutlich, wo ein Teil nicht mehr gelebt werden darf. Es fehlt sozusagen ein Glied.

Ich bete, dass diese Pandemie baldmöglichst in den Griff bekommen wird.

Ich bete um unsere körperliche Gesunderhaltung.

Ich bete auch um unsere Seelen und um unseren Glauben.

Max Lucado schreibt in „He still moves stones“:

Was ist Glaube?

Glaube ist nicht die Annahme, dass Gott das tun wird, was wir wollen.

Glaube ist die Annahme, dass Gott das tut, was richtig ist.

Darauf will ich vertrauen. Gott ist gut.

ER weiß, was richtig ist, auch und gerade in dieser herausfordernden Zeit.

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