Wenn Corona will, steht (fast) alles still, Update 39 vom 23.04.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Ich bin das, wie ich heiße“. An diesen Satz meines Vaters erinnere ich mich noch ganz deutlich. Ich war zwar erst Grundschüler, aber meine Neugier war geweckt. „Ich heiße Georg und das bedeutet ‚Bauer‚“. Mein Vater war und ist ein Bauer nach Leib und Seele. Er ist 1933 geboren und hat als selbständiger Landwirt den Bauernhof seit 1957 immer im Vollerwerb geführt. Er hat in das Dorf und in den Hof eingeheiratet. Sein eigenes Heimatdorf war allerdings nur 2 km entfernt, so dass das Einleben relativ leicht von statten ging. „Georg“ – so wurde er nie genannt. Auch nicht „Gerch“ – wie ich das bei anderen Georgs im Dorf und in den umliegenden Dörfern gehört habe. Zu ihm wird bis heute „Schorsch“ gesagt.

Hier in Ostmittelfranken gibt es ja einige „Gerchtreffen“. Die Mitglieder müssen alle diesen Vornamen und ihre Ableitungen haben. Sonst können Sie nicht Mitglied dieses Vereins werden, auch wenn diese Treffen in diesem Jahr nicht stattfinden können. „Schorsch“ ist die Ableitung der englischen Aussprache. Und dort hat dieser Vorname eine besondere Tradition.

Der Vater von Königin Elisabeth II. hat 1936 den Königsnamen Georg VI. nach seiner Ernennung zum König von England  angenommen. Ursprünglich hieß er Albert. Sein Bruder Edward musste wegen nicht standesgemäßer Heirat abdanken. Die ganze Geschichte ist sehr schön im Film „The Kings Speach“ erzählt und dieser hat zu Recht Oscarauszeichnungen erhalten. Der älteste Sohn von William und Kate wurde wieder George genannt und wird vermutlich irgendwann mal als King George VII. Großbritannien repräsentieren. Aber warum erzähle ich das?

Heute am 23.04. ist der Namenstag von „Georg“. Alles geht zurück auf die wunderbare Geschichte vom Hl. Georg, der unter Kaiser Diokletian (284 – 305) zum christlichen Märtyrer wurde. Fast 1000 Jahre später wurde zum ersten Mal die Legende erzählt, wie dieser Märtyrer gegen das Böse gekämpft hat. Er hat einen Drachen getötet und so die Königstochter aus den Klauen des bösen Drachen befreit. Der Hl. Georg wurde so zum Schutzpatron der Ritter und wurde u.a. von Richard Löwenherz und vom Kaiser Maximilian (dem letzten deutschen Ritter – gest. 1519) besonders verehrt.

Das Land Georgien ist nach ihm benannt und der dortige Namenstag am 23.11. ist ein gesetzlicher Feiertag. Warum mir das jetzt so wichtig ist? Einen Kämpfer, der das Böse besiegt!! Wo finden wir ihn jetzt im Kampf gegen das Coronavirus? Die Politiker und Wissenschaftler setzten bei dieser Suche nach dem Drachentöter auf einen Impfstoff, den es noch nicht gibt, aber sehr bald gefunden werden soll. Gestern habe ich gelesen, dass Wissenschaftler meinen, dass auch 2021 nur dann  größere Veranstaltungen stattfinden können, wenn dieser Impfstoff bis dorthin Sicherheit verschafft. Keiner sollte denken, dass diese schwierige Zeit so einfach bald beendet sein wird.

Aber vielleicht findet die Wissenschaft ja in Kürze solch einen Hl. Georg-Impfstoff. Interessant für mich ist, wie viele Menschen in Gesprächen jetzt von „dem Bösen“ oder von „das Böse“ im Zusammenhang von Corona reden. Ich will keine Debatte darüber hier beginnen, woher das Böse kommt. Da stehe ich gerne ausführlich an anderer Stelle zur Verfügung. Aber dass das Böse auch von außen kommt und nicht nur von mir innen drinnen wie Psychologen behaupten, ist jetzt deutlich zu sehen. Von daher halte ich mich daran, dass das folgende biblische Wort zum Kommen Jesu in diese Welt gilt: „Um uns zu befreien, sandte Gott seinen Sohn zu uns. Er kam in menschlicher Gestalt wie wir, aber ohne Sünde. Gott zerstörte die Herrschaft des Bösen und der Sünde über uns, indem er seinen Sohn stellvertretend für unsere Schuld verurteilte.“ (Römerbrief 8, 3)

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