Wenn Corona will, steht (noch) vieles still, Update 96 vom 19.06.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Ich wohne hier in Altensittenbach zum dritten Mal in einem Pfarrhaus. An meinen anderen beiden Pfarrstellen war jeweils ein großer Garten dabei. Etwa zwei Mal im Jahr kam ein Bauer aus dem Dorf und hat das Gras gemäht und für seine Kühe geholt. Es galt, den richtigen Zeitpunkt für den Grasschnitt zu finden. Schließlich war der Garten auch immer ein Ort des Spielens für unsere Kinder.

Hier in Altensittenbach ist es etwas anders. Das Pfarrhaus wurde vor 50 Jahren gebaut und es wurde ein Rasen gesät auf einer relativ kleinen Fläche. Es wurden Bäume gepflanzt und vor allem der große Kirschbaum prägt das Bild. Zum ersten Mal heißt es für mich: Rasen mähen. Es gibt dazu verschiedene Methoden. Mancher mäht zuerst die glatte Fläche und am Schluss mäht er in die Ecken und um die Bäume herum. Ich habe das immer anders herum gemacht. Zuerst ging ich in die Ecken und um die Bäume. Danach blieb zum Schluss eine schöne rechteckige Fläche. Gewissermaßen wie eine Art Belohnung wurde diese dann noch in Ruhe gemäht – immer im „Kreis“. Vor ein paar Jahren habe ich bei einem Gemeindemitglied eine Rasenfläche mit vielen wunderbaren Margeritenblumen gesehen. Ich bin zu ihm hin und habe um ein paar Samen gebeten. Jetzt blühen diese herrlichen Blumen im Mai/Juni auch im Pfarrgarten. Sie streuen sich jedes Jahr mehr aus.

Und damit ist es mit dem Rasen mähen noch einmal spannender geworden. Jetzt gibt es keine geraden Flächen mehr. Jetzt mähe ich nicht nur um Bäume und Ecken herum, sondern auch um die Margeriten. Sie sollen stehen bleiben und ihre ganze Pracht entfalten. Beim Mähen heißt es jetzt also besonders aufpassen, denn beim ersten Mähen im April sind diese Blumen noch ganz klein.

In diesem Jahr war das für mich ein Symbolbild für unsere jetzige Situation. Die Wirtschaft boomte, die Prognosen für 2020 waren sehr gut, private Pläne für Feiern und Urlaub waren schon gemacht – dann kam alles anders. Und jetzt heißt es für die Politik: die Klippen umschiffen – die Gefahren richtig einschätzen. Wie bei den Margeriten müssen die Entscheidungen so getroffen werden, dass die Lockerungen nicht zu einem Rückfall führen. Das ist seit gestern besonders spannend, weil in Thüringen die bisher geltenden Verbote aufgehoben worden sind und durch freiwillige Vorsichtsmaßnahmen ersetzt wurden. Wo sind also die Margeriten in den aktuellen Entscheidungen? Wo und wie können die Menschen lernen mit diesem Virus umzugehen in einer Zeit, in der es noch keinen Impfstoff dafür gibt?

Ein Gedanke zu „Wenn Corona will, steht (noch) vieles still, Update 96 vom 19.06.2020

  1. Ines Glatz

    Lieber Pfarrer Metzger,
    es freut mich, dass Sie die Margeritten in Ihrem Garten stehen lassen.
    Zu den noch nicht hergestellten Impfstoffen möchte ich zu bedenken geben, dass es fast unmöglich ist in sehr kurzer Zeit geeignete ungefährliche Impfstoffe herzustellen. Selbst ausgereifte Impfstoffe sind nicht ganz ungefährlich.
    Ich zum Beispiel habe nach meiner1. Pockenimpfung am 2. Lebenstag mit entsetzlichem Ausschlag reagiert und bin seitdem an Neurodermitis erkrankt.
    Das sind die Nachteile einer Impfung.
    Aber wir können uns immer schützen durch Vorsorge.
    Mit viel frischer Nahrung, Vitamin C und D, durch Hände waschen und Niesen in ein Tuch oder die Jacke . Wir können auch Masken tragen, wer sie verträgt.
    Ich kann sie nicht aushalten.
    Aber ich sage jedem, er solle sich zu Hause die Schuhe ausziehen, die Hände waschen und Abstand einhalten.

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