Wenn Corona will, steht (noch) vieles still, Update 97 vom 20.06.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Wie viel Angst verträgt die Freiheit?“ So lautet ein Artikel aus der Zeitschrift „Sechs+sechzig, Magazin für selbstbewusste ältere Menschen“ vom April dieses Jahres. In dem Artikel geht es um die Verteidigung der Grundrechte angesichts der Einschränkungen in der Coronakrise. Und dann lese ich Ausführungen zum Thema. Nicht nur in diesem Artikel wird das thematisiert. Seit einigen Wochen gibt es Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen und Gegendemonstrationen für die Maßnahmen. Das ist ein Zeichen einer demokratischen Gesellschaft, dass solche Meinungsäußerungen auf öffentlichen Plätzen möglich sind. In Ländern wie China oder Nordkorea ist das nicht der Fall. Jeder kann sich selbst informieren und seine eigene Meinung treffen. Persönlich stelle ich fest, dass es in Zeiten der digitalen Technik immer schwieriger geworden ist, einigermaßen objektive Informationen zu erhalten. Ich habe auch den Verdacht, dass sich hinter manchen Demonstrationen radikale politische Kräfte verstecken und Tür und Tor für Verschwörungstheorien geöffnet ist.

Freiheit“ ist in der Bibel ein besonderer Begriff. Im gesamten Alte Testament spielt die Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten eine besondere Rolle. Die Gefangenschaft des Volkes in Babylon im sechsten Jahrhundert v. Christus hat den Glauben an den Gott Jahwe grundlegend verändert und hat zu einer Erneuerung in der Beziehung des Volkes zu ihrem Gott geführt.

Im Neuen Testament spielt „Freiheit“ vor allem im Zusammenhang des Verständnisses zum „Gesetz“ eine große Rolle. Durch den Glauben an Jesus sind Christen keine Knechte des Gesetzes mehr. „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen“ (Galater 5, 1). Diese Freiheit hat in der Bibel aber auch immer mit Verantwortung zu tun. Paulus führt im selben Kapitel aus: „Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen…durch die Liebe diene einer dem anderen“ (Galater 5, 13).

Ich habe ein sehr schönes Zitat von Hans-Joachim Eckstein gefunden. Er schreibt. „Wenn ich nicht mehr unter dem Gesetz bin, sondern unter der Gnade, dann kann ich endlich tun und lassen…was Christus will“. Und das gilt auch in diesen Zeiten: ich will so handeln, dass es den Willen Gottes entspricht. Ich will dafür eintreten, dass dem Mitmenschen gedient wird. Ich will so leben, dass ich den anderen nicht gefährde. Und dafür nehme ich auch Einschränkungen in Kauf. „Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ (2. Korinther 3, 17).

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