Wenn Corona will, steht (noch) vieles still, Update 106 vom 29.06.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Gott hat Humor. Ich könnte das jetzt mit vielen Bibelstellen aufzeigen. Nicht zuletzt gibt es viele Sprichwörter, die aus der Bibel stammen oder von ihr abgeleitet sind. Ich habe das immer wieder einmal angesprochen. Manchmal aber sehe ich das nicht auf den ersten Blick. Manchmal muss ich selbst genau hinschauen, um das Hintergründige zu erkennen.

Das gilt auch am heutigen Tag. Wir schreiben den 29.06. Es ist der Tag „Peter und Paul“. Heute wird daran erinnert, dass diese beiden führenden Apostel der ersten Christen unter Kaiser Nero etwa 62 n. Chr. gemeinsam am selben Tag hingerichtet worden sein sollen und als Märtyrer starben. Ob das wirklich stimmt, ist völlig unsicher. Aber beide wurden offenbar gemeinsam als so wichtig gesehen, dass sie an einem gemeinsamen Tag verehrt werden und denselben Heiligentag haben.

Und was haben diese Märtyrertode mit Humor zu tun?  Ich zeige das am Leben von Paulus auf. Paulus beschreibt sein Leben selbst vor allem im ersten Kapitel des Galaterbriefes. Er schreibt davon, dass er wie kein anderer im jüdischen Glauben für Gott geeifert hat. Er war überzeugter Schriftgelehrter. Er hat die Christen verfolgt, weil er der Meinung war, das wäre der Wille Gottes. Aber nicht selten kann das ehrgeizige und eifernde Eintreten für Gott in dieser Welt gerade nicht Gottes Willen sein. „Wem der Teufel nicht bremst, den schiebt er an“. Dieses Zitat hat auch für Paulus gegolten. Kein Mensch der Welt hätte erreicht, ihm von seinem scheinbar richtigen Weg abzubringen. Er kannte die damalige Bibel, das Alte Testament, so gut wie kein anderer. Er las die Auslegungen der jüdischen Gelehrten und dennoch oder gerade deshalb konnte er nicht an Jesus als den Messias glauben. Er war ein Handelnder und wollte Gottes Willen unbedingt in die Tat umsetzen. So wurde er zum Christenverfolger.

Eine Änderung dieser Meinung war nur durch das Eingreifen Gottes möglich. Und das geschah. Er sollte Christen in Damaskus gefangen nehmen und nach Jerusalem bringen. Auf dem Weg wurde er von Gott „überrascht“. Im neunten Kapitel der Apostelgeschichte ist das so schön beschrieben. Gott hat ihn selbst ge-troffen. Er hört die Stimme von Jesus und durch die nachfolgenden Geschehnisse wird er nicht nur Christ. Er wird vom Ver-folger zum Ver-folgten. Mit demselben Eifer für Gott vorher, reist er jetzt durch die gesamte heutige Türkei um Menschen für Jesus zu gewinnen. Schließlich kommt er nach Europa und gründet auch dort Gemeinden. Er wird zum größten Missionar, den die Christenheit bis heute erlebt hat. Zuletzt kommt er nach Rom und stirbt dort unter Umständen, die wir nicht genau kennen.

Darin sehe ich den Humor Gottes: Gott ruft den Eiferer für Gott zu sich und lenkt den Eifer in die richtige Richtung. Gott gebraucht den Paulus mit seinen Gaben dafür, dass dieser jetzt für Christus zum Handlanger der Liebe Gottes wird. Und so stehen er und Paulus an der Spitze der Menschen, die ihr Leben für Jesus gaben und um des Glaubens willen dafür gestorben sind. Aber davon noch mehr im morgigen Update.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.