Wenn Corona will, steht (noch) vieles still, Update 107 vom 30.06.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Petrus war neben Paulus der andere wichtige Apostel für die ersten Christen. Und wie für Paulus wurde ihm in Rom eine große Basilika gebaut, der sog Petersdom. Es ist bis heute die größte Kirche der Welt. In ihr residiert der Bischof von Rom. Es ist der Papst, der von dem sog. Konkave gewählt wird. Auch der jetzige Papst Franziskus sieht sich in der Reihe des ersten Bischofs von Rom, dem Apostel Petrus.

Die Geschichten von ihm aus der Bibel sind sehr interessant. Er war offenbar ein Kämpfertyp. Er stand gerne vorne dran und hatte eine Art „Führungsrolle“ schon bei den Jüngern um Jesus. Er hat sich getraut, auf dem Wasser zu laufen um zu Jesus ans Ufer zu kommen. Als er den Wind sah, drohte er unterzugehen und schrie nach der Hilfe von Jesus. Sein Name ist Simon, aber er hat von Jesus den Beinamen „Petrus“ erhalten. Das heißt „Fels“ und er sah sich vermutlich oft genug als „Fels in der Brandung“ bei dem, was um Jesus geschah. Sein Bekenntnis zu Jesus ist legendär. „Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn“ (Matthäuas 16, 16). Jesus verleiht ihm die Schlüsselgewalt der Beichte. Bei der Verhaftung von Jesus im Garten Gethsemane stellt er sich vorne hin, zieht sein Schwert und will kämpfen. Im Johannesevangelium im 18. Kapitel wird sogar der Name des Knechtes  genannt: Malchus.

Gleichzeitig wird aber auch seine verletzliche Seite erwähnt. In seinem Eifer erkennt er nicht die Grenzen seines Eintretens für Jesus. „Wenn sie auch alle Ärgernis nehmen, so will ich doch niemals Ärgernis nehmen an dir“ (Matthäus 26, 33) war seine etwas großspurige Ankündigung. Es ist anders gekommen und er hat Jesus verleugnet in der Nacht vor der Kreuzigung. In der Bibel werden diese Verletzungen und Niederlagen von Petrus nicht verheimlicht. Das macht mir die Bibel sehr sympathisch. Sie zeigt nicht nur Glaubenshelden voller Mut und Bekenntnisstärke. Sie zeigt Jünger in ihrer Angst und in ihrem Versagen.

„Gott braucht keine Helden“. Das Buch von Magnus Malm habe ich kurz nach dem Millenium vor fast 20 Jahren gelesen. Es hat mich nachhaltig beeindruckt und meine geistliche Denkweise umfassend geändert. Ich habe gemerkt, dass mein Engagement für Jesus oft genug meiner Eitelkeit und meinem Ich-Denken geschuldet war. Mir ging es vermutlich so wie Petrus: Ich will nach außen zeigen, wie viel und wie engagiert ich den Glauben an Jesus anderen vermitteln will. Dabei ist alles Jesus zu verdanken, wenn die Frucht des Glaubens in einem anderen Menschen entsteht. Ich habe dennoch meine Gaben eingesetzt, um Verkündiger des Evangeliums zu sein. Allerdings aus anderen Motiven heraus. Auch da wurde mir Petrus zum Vorbild. Schließlich hat er sein Handeln und seine Beziehung zu Jesus an einer anderen Stelle geklärt. Davon aber mehr (hoffentlich) am 14.08.2020. Mehr will ich aber noch nicht verraten. Und meine persönliche Lieblingsgeschichte zu Petrus will ich auch nicht verleugnen. Und das verrate ich dann schon übermorgen.

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