Wenn Corona will, steht (wieder überall) fast alles still, Update 284 vom 24.12.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Es soll nicht nur im Hintern, sondern auch im Herzen warm werden

Heute feiern Christen den Heiligen Abend. Viele Menschen verbinden damit „Weihnachten“. Streng genommen ist das falsch. Weihnachten – das Christfest ist am 25.12. Aber weil schon in der Alten Kirche Gottesdienste am Vorabend gefeiert wurden, rückte langsam aber sich der Tag vorher in den Mittelpunkt. Die Christmetten finden in der Dunkelheit kurz vor Mitternacht statt und haben sich seit etwa 50 Jahren auch in den evangelischen Gemeinden eingebürgert. Umso trauriger ist es, dass ausgerechnet sie in diesem Jahr ausfallen müssen.

Was war mein eindrücklichstes Erlebnisse an einem Heiligen Abend? Wer jetzt einen Bericht über besondere geistliche Geschehen erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Es war etwas ganz Weltliches. Am 24.12.1984 feierte ich zum ersten Mal als Pfarrer die Weihnachtsgottesdienste in drei Kirchengemeinden hintereinander um 16.00, 17.00 und 18.00 Uhr. Als ich in die Kirche in Weißenbach/Rhön eintrete, kommt der Mesner auf mich zu und meint: „Welch ein Glück, dass heute die Heizungen in den Kirchen von Unterfranken gehen. Als ich unsere eingeschaltet habe, kam kein Strom. Ich habe beim Unterfänkischen Überlandwerke angerufen. Die haben mir gesagt, dass vergessen worden ist, alle Kirchenheizungen an diesem Wochentag zu entsperren“. Tatsächlich war es so, dass die Zufuhr von Strom für Kirchen gerade am Nachmittag teilweise gesperrt war, um die hohe Stromlast in anderen Bereichen auszugleichen.

Im Gottesdienst habe ich ihm öffentlich für sein achtsames Handeln gelobt. Dabei habe ich einen Weihnachtswunsch hinterher geschickt: „Jetzt kommt es darauf an, dass es für uns alle auch warm im Herzen wird und nicht nur warm im Hintern“. Ich war über den spontanen Stabreim innerlich begeistert. Diese meine Begeisterung haben aber leider nicht alle Gottesdienstbesucher geteilt und es gab hinterher einige Diskussionen. Aber letztendlich haben die Gemeindemitglieder mir das als 26-jährigen neuen Pfarrer verziehen. Bis heute finde ich diese Formulierung durchaus witzig. Aber über Geschmack lässt sich ja bei Witzen immer auch streiten. Aber was mich wirklich gefreut hat, war: Der Mesner hat vom Stromversorger als Dank 30,– DM geschenkt bekommen.

Aber den Gedanken, dass Jesus in unseren Herzen wohnen soll, trifft Hanna Hümmer sehr gut mit folgenden Worten: „Ewiger, du wohnst nicht nur in Tempeln, die von Menschenhand gemacht sind. Du wohnst in der Tiefe unserer Herzen und weites uns zur göttlichen herberge, zur Hütte Gottes in dieser Zeit“.

Und als Einstimmung für diesen Tag ein kleines Klavierstück von meiner Schwägerin Silvia. Sie interpretiert ein bekanntes Weihnachtslied, das von Dieter Falk modern umgestaltet wurde.

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