Wenn Corona will, steht (endlich ein bisschen) weniger still, Update 401 vom 20.04.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Die Coronagefahr verschlafen?

Das war für mich wirklich eine Überraschung. Ich kam von einem Besuch heim und meine Frau meinte: „Bei uns überwintert ein Igel. Hoffentlich ist er nicht tot“. Tatsächlich war im Garten unter der Magnolie ein Hügel zu sehen. Dieser ist meiner Frau erst aufgefallen als der Schnee weg war. Ich habe ihn überhaupt nicht bemerkt. Sie hat ihn näher angeschaut und einen schlafenden Igel entdeckt. Er war noch regungslos, obwohl es schon Anfang April war. Sein Winterquartier war nicht sehr tief gegraben und wir hatten vor einigen Jahren leider schon einmal den Fall, dass ein Igel den Winter nicht überlebt hatte. Gespannt warteten wir noch einige Tage ab. Am 14.04. kam dann die freudige Nachricht meiner Frau: „Der Igel hat überlebt. Sein Quartier ist leer“. Wir freuten uns beide und hoffen, dass er im Sommer vielleicht auch noch einige Nacktschnecken als Futter im Gemüsegarten findet.

Auf dem Bild ist sein Quartier gut zu sehen. Es war immerhin unter dem Baum geschützt und er hatte sich auch ein wenig in den Boden hineingegraben. Ich hatte sofort den Gedanken in mir: Wie wird dieser Igel die neuen Inzidenzzahlen von rund 170 beurteilen? Als er sich im Spätherbst schlafen gelegt hat, war diese Zahl viel niedriger und er hatte sich vielleicht gedacht: „Wenn ich im Frühjahr 2021 wieder aufwache, dann ist Corona vorbei“!

Aber nicht nur er hat sich dabei geirrt. Immerhin hat für ihn wenigstens im Winter über das schöne Wort aus dem Psalm 127 gegolten: „…denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf“ (V. 2b). Dieser Vers ist immerhin zum geflügelten Sprichwort geworden: „Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf“. Und das würde ich mir selbst gerne wünschen: Ich schlafe ein und wenn ich wieder aufwache, ist die ganze Coronapandemie vorbei!

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