Wunderbare Fahrt nach Polen und in die Masuren

Nach einma Jahr Pause konnten wir wieder eine Studienfahrt mit „Reisen in christlicher Atmosphäre“ und dem gewohnt sicheren busfahrenden Pfarrer Martin Kühn durchführen. Mit insgesamt 23 Teilnehmern hatten alle genügend Platz im Bus der Schmetterlingsreisen.

Die erste Station war die Stadt Görlitz direkt an der polnischen Grenze. Pfr. Gerhard Metzger konnte sich ein Bild machen für die geplante Gemeindefahrt vom 06.05. – 08.05.2022 nach Herrnhut und in die Lausitz. Am Samstagnachmittag wird dann im kommenden Jahr eine Stadtführung in dieser Stadt direkt an der Neiße mit Brücke zum polnischen Teil der Stadt, Zgorzelec durchgeführt.

Das ist der Blick von Görlitz nach Polen.

Die Reisegruppe fuhr weiter in die niederschlesische Metropole Breslau, die mit ihrer wechselvollen Geschichte und mit 640 000 Einwohner die viertgrößte Stadt Polens ist. Beeindrucken ist der große Markt und die Dominsel.

Blick auf dem Marktplatz von Breslau.

Im Garten des ehemaligen Palais von Friedrich, dem Großen gab es ein Springbrunnenschauspiel mit Musik von Richard Wagner.

Bei der Weiterfahrt nach Danzig wurde die mit 21 ha größte Backsteinfestung Europas angeschaut.

Danach wurde zur Hauptstadt von Pommern und ehemaliger Hansestadt weitergefahren. Mit den zahlreichen Werften und dem größen Seehafen des Landes ist sie immer noch ein bedeutender Handelsstandort. Von hier aus begann der Aufstand der polnischen Werftarbeiter unter Lech Walesa, die zur Gründung der Solidarnosc führte. Das berühmte Krantor sticht sichtbar heraus. Die Spuren berühmter Danziger Persönlichkeiten wie z.B. Günter Grass oder Arthur Schopenhauer fallen auf.

Viel Zeit nahm sich die Busgesellschaft für die Masurischen Seenplatte im sog. Ermland. Das Hotel lag direkt an einem See und vom Fenster aus hatten alle eine wunderbare Aussicht. Die Masuren sind dünn besiedelt. Deshalb gibt es viele weitläufigen Äcker und Wiesen. Es ist kaum ein Verkehr und die Baumalleen sind prächtig. Eine Gegend zum Ausruhen und Wohlfühlen.

Beeindruckend für alle war der Besuch bei der „Wolfsschanze“. Von Mitte 1941 bis Herbst 1944 hatte hier Hitler mit seinen Gefolgsleuten sein Hauptquartier. Von hier aus wurde der Russlandfeldzug strategisch organisiert. Das Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg wurde hier ausgeführt. Die Szene wurde original im betreffenden Bunker nachgestellt. Diese vielen Bunker auf engsten Raum waren beklemmend.

Natürlich ging die Fahrt nach Mikolajki. An dieser Stadt befindet sich mit dem Spirdingsee der größte See Polens (113 qkm). Bei einer zweistündigen Fahrt konnte dieses große Gewässer genossen werden.

An diesem Tag hatten wir eine große Aufregung. An einer Kurve fuhr ein entgegenkommender PKW mit Bootanhänger zu weit links und streifte den Bus. Der linke Außenspiegel des Busses wurde abgerissen. Die Polizei hielt natürlich zum Landsmann. Es gab viel Diskussionsstoff und noch mehr Gebete. Schließlich konnten wir weiterfahren und Pfr. Martin Kühn zeigte wieder einmal seine große Improvisationskunst und „klebte“ die zerbrochenen Teile des Spiegels wieder zusammen.

Ein Besuch der bekannten Wallfahrtsbasilika Heiligelinde durfte natürlich nicht fehlen. In der von den Jesuiten gebauten Kirche beeindruckte ein Orgelkonzert.

Gefreut habe ich mich über die besondere Lage des Hotels in den Masuren. Es lag direkt an einem der vielen Seen dieses Gebietes, das nur noch wenige Kilometer in Richtung Königsberg und damit Russland liegt.

Über Elbing ging es zur polnischen Hauptstadt Warschau. Beidseitig liegt sie an der Weichsel und beeindruckt mit einer faszinierenden Altstadt. Am Geburtshaus von Marie Curie wurde eine Gedenkminute eingelegt. Sie ist die einzige Frau, die in zwei Fächern (Chemie und Physik) den Nobelpreis erhielt und sie prägte das Wort „radioaktiv“. Die beiden chemischen Elemente Radium und Polonium wurden von ihr entdeckt.

Die Gruppe am Geburtshaus von Marie Curie.
Der Marktplatz von Warschau.

Weiter ging es für die Gruppe in die ehemalige (bis 1596) polnische Hauptstadt Krakau. Auf der Wawel-Burg ließen sich die polnischen Könige krönen und beisetzen. Der größte mittelalterliche Markt der Welt (40 000 qm) beeindruckt mit Größe und die sonstigen Sehenswürdigkeiten sich kaum aufzählbar. Noch heute gilt die zweitgrößte Stadt Polens (knapp 800 000 Einwohner) als die heimliche Hauptstadt Polens.

Blick auf die Wawel in Krakau.
Der Tag neigt sich in Krakau.

Die längste Busfahrt gab es am vorletzten Tag, als durch Oberschlesien gefahren wurde um in Prag zu übernachten.

Aber zuerst ging es zu dem emotional vielleicht schwierigsten Teil der Reise nach Auschwitz. Die Gruppe teilte sich. Ein Teil schaute sich das Lager in Auschwitz an mit den vielen Baracken der Häftlinge und der zumeist jüdischen Gefangenen. Der andere Teil besuchte das Vernichtungslager Birkenau mit den Hochöfen der Verbrennungsanlagen!!

In Prag hatten alle insgesamt vier Stunden Zeit, um die Burg, die Altstadt und die Karlsbrücke ausführlich zu begutachten.

Blick von der Karlsbrücke zum Dom.
Die Karlsbrücke in Prag

Die Spuren des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ sind überall zu bemerken.

Auf der Heimfahrt wurde ein langer Zwischenstopp in Marienbad eingelegt. Viele Teilnehmer sahen zum ersten Mal die beeindruckenden Badanlagen in dieser westböhmischen Stadt, die als schönste Stadt im böhmischen Bäderdreieck gilt.

Erfüllt von vielen Eindrücken kamen alle wieder gesund im Fränkischen an.

Der größte Teil der Gruppe mit Stadtführer in Breslau.

Ein Gedanke zu „Wunderbare Fahrt nach Polen und in die Masuren

  1. Erdmann v. Harsdorf

    Lieber Gerrhard,
    vielen Dank für den ausführlichen und reich bebilderten Reisebericht mit vielen wunderschönen Erinnerungen. Es war ein Highlight für mich in diesem Jahr.

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