Archiv des Autors: Christl Schäfer-Geiger

Osternacht

In der Osternacht, in den Stunden bevor es hell wird, geht es um die Überwindung der Finsternis. Entsprechend dunkel war es um 5.30 Uhr als am Ostersonntag die Besucher in die Thomaskirche kamen. Mit einer noch nicht angezündeten Kerze in der Hand tasteten sie sich zu ihren Plätzen. Nur wenig ist zu erkennen, wenn die ersten Gebete gelesen werden und die Gottesdienstbesucher in den morgendlichen Ruf Jesu „Bleibet hier und wachet mir mir!“ einstimmen. Vor der anschließenden Lesung wird daran erinnert, dass auch die, die an Jesus glauben mit hinabsteigen, „dorthin, wo keiner hin will“, in das Totenreich, um als neuer Mensch aufzuerstehen.

Der Einzug der Osterkerze erhellt dann erst die finstere Kirche. Symbolhaft steht die Kerze für Christus, dem Licht der Welt. An ihr zünden alle Besucher ihre Kerze an und auf die Gesichter legt sich ein warmer Schein.

In der Osternacht wurden früher viele Taufen gefeiert, die Tauferinnerung gehört liturgisch immer dazu. So auch an diesem früher Morgen in Altensittenbach, als sich die Gottesdienstteilnehmer zum Taufstein aufmachten, um sich ihren persönlichen Segen abzuholen.

Mit der Lesung aus Lukas 24 wurde in der Kirche die Auferstehung Jesu proklamiert. Mit dem Blick auf die aufgehende Sonne, auf das Licht, wird die frohe Osterbotschaft, dass am Ende das Leben über den Tod siegt auch im Kirchenraum sichtbar.
Pfarrer Gerhard Metzger wechselt den schwarzen Talar in einen weißen. Danach werden die dunklen Paramente ausgetauscht und der Altar mit Kerzen und Blumen geschmückt. Auch die Jesusfigur auf dem Altar wird von ihrer Dornenkrone befreit. Ein österlicher Lobpreis dringt in die Herzen und lässt -bei der derzeitig wenig friedlichen Weltlage- in vielen eine neue Hoffnung aufkeimen.

Mit einer Osterglocke in der Hand ziehen die Gottesdienstbesucher in Richtung Gemeindehaus. Bevor sie sich auf den Weg nach Hause machen, wird dort die Friedensfahne aufgezogen unter dem Bekenntnis „Gott ist Herr“.

Spenden für die Ukraine

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern unterstützt über das Diakonische Werk in Bayern die Deutsche Evang.-Luth. Kirche in der Ukraine, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Ungarn und die Evangelische Kirche AB in Polen bei der Versorgung von Geflüchteten im Land und in den benachbarten Ländern.

Für diese Hilfe wurde ein spezielles Konto bei der ELKB eingerichtet:
Landeskirchenkasse der ELKB
Evangelische Bank eG
IBAN DE57 5206 0410 0001 0101 07
Stichwort „Ukraine – SN00-0005“


Die Landeskirche bittet um Unterstützung der Kirchen in Mittel-Osteuropa, unserer Diakonie und Kirche bei der Hilfe für Menschen in und aus der Ukraine.
Herzlichen Dank dafür.

Ein Gebet für den Frieden

Schweigen…..
Das war es, was Wolodymyr Selnskyj, Präsident der Ukraine, erfahren hat, als er mit Putin reden wollte.

Schweigen….
Deshalb hat er sich in einer der bewegendsten und verzweifeltsten Reden dieser Zeit an das russische Volk gewandt.

„Euch wird gesagt, dass wir die russische Kultur hassen. Aber wie kann eine Kultur gehasst werden? Jede Kultur? Nachbarn bereichern sich kulturell immer gegenseitig. Doch das macht sie nicht zu einer Einheit und trennt die Menschen nicht in „uns“ und „jene“. Ihr wisst, was wir am meisten brauchen. Schaut in euch hinein, hört auf die Stimme der Vernunft, des gesunden Menschenverstandes. Hört unsere Stimmen. Die Menschen in der Ukraine wollen Frieden. Wir wollen keinen Krieg, keinen kalten, keinen heißen und keinen hybriden (zur Erklärung: wenn man ein Volk neben Militäreinsätzen auch mit Propaganda im Netz, Computerangriffen oder wirtschaftlichem Druck angreift).
Egal wie sehr sie versuchen, euch vom Gegenteil zu überzeugen. Die Wahrheit ist, dass es aufhören muss, bevor es zu spät ist. Und wenn die russischen Behörden um des Friedens willen nicht mit uns sprechen wollen, werden sie vielleicht mit euch sprechen.“

Wenn Schweigen herrscht, wo Reden notwendig ist, wenn Krieg herrscht, wo Menschen in Frieden leben wollen, dann fehlt die Liebe untereinander.

Unser Gebet für den Frieden:
Jesus, du bist für uns einen Weg des Leidens gegangen, der Liebe wegen, für uns alle. Manchmal tut Liebe weh und manchmal ist ein Weg schwer, wo es auch einen leichteren geben würde.
Lass und die Augen nicht verschließen vor einem Krieg in Europa, der noch weit weg ist und doch so nah.
Lass diese Welt zusammenstehen in deiner Nachfolge und Friedensstifter sein. Wir wollen nicht mit den gleichen Waffen zurückschlagen, wir wollen nicht unsere Söhne in einen Krieg schicken müssen.
Lass uns die Mittel nutzen, die uns zur Verfügung stehen und rüttle dein Volk auf in Einheit zusammenzustehen, dass das, was vor 75 Jahren geschehen ist sich nicht wiederholt.

Sei du bei den Menschen in der Ukraine und in Russland. Lass sie sich erinnern an die unsägliche Geschichte des Zweiten Weltkriegs, lass sie in ihren Herzen suchen nach der Liebe und Einigkeit mit den Nachbarn.
Lass sie suchen nach der Wahrheit und decke Lügen auf.
Lass sie erkennen, dass verletzter Stolz und Propaganda eine für alle brandgefährliche Mischung ist.
Lass uns eins sein mit den Menschen, die jetzt in der Ukraine plötzlich im Krieg leben. Lass uns solidarisch sein und nicht nur auf unseren eigenen Vorteil schauen.

Lass uns diese Welt verändern indem wir auf dich schauen, kluge Entscheidungen treffen, handeln und in deine Nachfolge eintreten.

Lass uns Frieden stiften… und nicht schweigen.
Amen


Vitamin C Gottesdienst – Thema „Stolz“

Der Sommer macht’s möglich, dass nicht nur der Sonntagsgottesdienst draußen veranstaltet werden kann. Auch die Vitamin C Gottesdienste zog es bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenstrahlen auf die Kirchhofwiese. Dort trafen sich die jungen Leute gemeinsam mit der Band, um miteinander unter freiem Himmel Gottesdienst zu feiern.

Mit neuen Liedern im Gepäck der noch jungen Band, wurde ein schöner Lobpreisteil angeboten. Anschließend predigte Viktor Ambrusits über den Stolz.

Viktor Ambrusits bei seiner Predigt.

Wo begegnet uns Stolz und wie sind die verschiedenen Erscheinungsformen. Ambrusits schaute „hinter“ die Kulissen des Stolzes mit Beispielen aus dem Gleichnis des Zöllners von Jesus und der Geschichte von Nebukadnezar. Und er kam zu folgendem Schluss:

Stolz sein ist natürlich ok, aber es ist dabei wichtig, nicht zu vergessen, dass man alles nicht nur alleine geschafft hat. Da waren die Freunde, Familie, Umstände – die besondere Gelegenheit und Begegnung die mich unterstützt haben und zu dem gemacht haben, was ich bin und worüber ich glücklich und stolz bin.

Das Gegenteil von Stolz ist nicht Demut. Das Gegenteil von Stolz ist Dankbarkeit. Gegenüber den Menschen, den Umständen, den Freunden und der Familie – und Gott…

Gottesdienst zu Pfingsten

Noch ist kein Gottesdienst mit Posaunenchor in der Kirche möglich. Die Inzidenzzahlen lassen aber erahnen, dass die dritte Welle vielleicht bald ihrem Ende zugeht. Nicht überall, aber im Nürnberger Land sinken sie langsam aber sicher.

Gut verteilt im Kirchhof unserer Kirche standen und saßen die Besucher beim Pfingstgottesdienst

Es ist kalt, weil der Mai in diesem Jahr noch nicht für Wärme gesorgt hat. Viele, in Winterjacken Gekleidete wollen aber das Pfingstfest mit einem Gottesdienst begehen.
Prädikant Alexander Krause hält diesen im Freien. Die Wiese auf dem Kirchhof ist ein angenehmer Ort dafür. Hier hat auch der Posaunenchor genügend Platz und mit seiner lebhaften Musik stimmt er die Besucher/innen ein auf das dritte wichtige Fest im Kirchenjahr.

Prädikant Alexander Krause

Pfingsten, das Fest bei dem manch einer gar nicht weiß, was es überhaupt bedeutet. Es gilt als der Geburtstag der Kirche und Christen feiern den Heiligen Geist, der alle Gläubigen weltweit erfüllt und verbindet.

Kurzzeitig fiel auch ein Sonnenstrahl durch die Wolken auf unsere Kirche

Weltweit soll er uns verbinden, weltweit sollen wir uns verstehen. Dabei ist Kommunikation meist gar nicht so einfach. „Wenn zwei Menschen miteinander kommunizieren, dann ist es Glückssache, wenn sie einander verstehen“, so Alexander Krause. In seiner Predigt hat er sehr ausführlich gezeigt, dass jeder Mensch mit seiner eigenen „Sprache“ in ein Gespräch geht. Neben Worten bringt er noch einen ganzen Haufen anderer Dinge mit in eine Unterhaltung: Den eigenen Charakter, das eigene Temperament, seine Vorgeschichte, seine Erziehung, wie er gerade drauf ist und die eigene Einschätzung dessen, der gerade vor ihm steht. Das Gleiche bringt der Gesprächspartner mit. Manchmal geht das gut und manchmal passt das gar nicht zusammen. Echte, aufrichtige Kommunikation ist schwierig, weil sie von sehr vielen persönlichen Befindlichkeiten beeinflusst wird. Was kann da alles schief gehen?
Umso wichtiger ist es das Gespräch immer wieder zu suchen und Festlegungen nicht auf Dauer beizubehalten. Was heute schlecht gelaufen ist, kann morgen wieder anders aussehen.

In einem Gedicht von Susanne Kramer heißt es in der letzten Strophe:
Verborgen wirket Gottes Geist
Mit sanften, zarten Händen,
wie Mutter uns die Wege weißt,
wo Angst und Trauer enden.
Sie gibt uns Mut hindurchzusehn
und aufeinander zuzugehn,
umhüllt uns mit Verstehn.

Endlich wieder einmal Posaunentöne bei einem Gottesdienst

Ökumenischer Gottesdienst (Fest des Lebens) am Samstag, 21.11.2020 um 16.30 Uhr in der Katholischen Kirche

In den letzten Jahren hat es sich der Runde Tisch christlicher Gemeinden und Gemeinschaften zur Aufgabe gemacht, mit dem Feiert-Jesus-Fest und dem späteren „Fest des Lebens“ dem Totensonntag und der Trauer um unsere Verstorbenen, einen Leuchtpunkt für das Leben entgegen zu setzen.
Auch in diesem Jahr gibt es einen kleinen Gottesdienst, der sich etwas anders gestaltet. Er findet am Samstag, 21.11.2020 um 16.30 Uhr in der katholischen Kirche in Hersbruck statt. Eine Band wird den ökumenischen Gottesdienst unter dem Motto „Wir sind da!“ musikalisch und meditativ ausgestalten. Der Gottesdienst wird unter den bestehenden Hygieneregeln gefeiert.

Psalmen – uralte Texte oder lebensnaher denn je?!

Back to Basics… – lautete die Devise beim September Vitamin C Gottesdienst!

Denn ab jetzt neu, finden die Jugendgottesdienste erstmal wieder in unserer schönen Thomaskirche statt. Das Thema passte auch zu dieser Neuerung: Psalmen!

Obwohl sie zu Zeiten König David geschrieben wurden – David selbst hat gut die Hälfte davon geschrieben – konnten sich die Jugendlichen selbst ein Bild davon machen, dass die Psalmen noch voll aktuell sind.
Die „Herzens“-Psalmen haben die Fähigkeit in unser Leben zu sprechen und zeigen die komplette Gefühlspalette wieder. Freude und Sorgen, Erfüllung und Trauer. Nicht selten stellen Menschen fest, wie nah diese Gefühle stets beieinander liegen.

Gott gibt Kraft und Halt. Er bietet an, gemeinsam durch alle Höhen und Tiefen des Lebens zu gehen. In allen Gefühlsstürmen, die uns in der Welt erfassen, verspricht er seine Nähe. Im Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte“ wird dies bezeugt.

Mit viel Musik und sogar noch einer kleinen „Erste Hilfe Box“ mit einen Mini-Auszug der Psalmen als Geschenk für die Besucher, erlebten und feierten wir einen echt schönen und tiefgründigen Gottesdienst.


Biblische Notruf-Suchbegriffe

Wenn du einsam und ängstlich bist, google Psalm 23
Wenn du keinen zur Seite hast, google Psalm 121
Wenn du dich im Stich gelassen fühlst, google Psalm 27
Wenn du in Gefahr bist, google Psalm 91
Wenn du unruhig und dich klein fühlst, google Psalm 62
Wenn du deprimiert bist, google Psalm 46
Wenn du vor Menschen Angst hast, google Psalm 56
Wenn du die Welt nicht mehr check‘st , google Psalm 33
Wenn Du voll happy bist, google Psalm 150
Wenn du einfach nur noch glücklich staunen kannst, google Psalm 104

Bitte beachten: Diese Notruf-Suchbegriffe können direkt verlinkt. Alle Notruf-Suchbegriffe sind kostenlos, ohne Altersbegrenzung und rund um die Uhr erreichbar– sie sind der direkte Draht zu Gott – er ist ständig online und wartet auf deinen Klick.


Katzen Hunde – Hunde Katzen…

Neue Corona-Lockerungen bei Gottesdienstveranstaltungen machten es möglich, dass wir vor den Sommerferien noch einen gemeinsamen Teenie-Gottesdienst feiern konnten. Unter Einhaltung der Abstandregeln und mit ein bisschen Improvisation fand auf dem Gelände des Friedhofs, mit Picknickdecken, ein Sommer Vitamin C Gottesdienst statt.

Unser Band „Reboot“ begleitete sehr cool musikalisch den Gottesdienst.

Zu Besonderen Gottesdiensten gibt es auch besondere Themen… So ging es um Hunde und Katzen oder besser gesagt um das Zitat:

Ein Hund denkt: Sie lieben mich, sie pflegen mich, sie füttern mich. Sie müssen Götter sein. Eine Katze denkt: Sie lieben mich, sie pflegen mich, sie füttern mich. Ich muss ein Gott sein!

Viktor Ambrusits zeichnete originell in seiner Predigt auf, dass Gott uns dient und wir auch ihm dienen können.

Aufgrund der Vorgaben mussten wir uns leider danach schnell voneinander verabschieden. Obwohl es sich um einen der kürzesten Vitamin C Gottesdienste handelte, war es sehr schön einfach wieder gemeinsam einen Gottesdienst zu feiern und sich wieder zu sehen! (Barbara Weider)

Wenn Corona will, steht (fast) alles still, Update 48 vom 02.05.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Christl Schäfer-Geiger

Verhältnismäßigkeit

Wenn ich in diesen Tagen einkaufen gehe, dann erlebe ich immer wieder die „Meckerer“, die sich darüber aufregen, dass einer in der Schlange nicht die geforderten 1,50 m einhält. Oder es gibt Menschen, die sich empören, dass da jetzt ein paar Senioren am Nachmittag im Supermarkt sind. Wo die doch am Vormittag Zeit hätten. Andere rufen die Polizei, weil sie drei Jugendliche zusammen gesehen haben, die doch „bestimmt nicht in einem Haushalt leben“. „Da ist einer zu viel“, wird geschimpft.
In Rostock ging es soweit, dass die Reifen von Autos mit „auswärtigem“ Kennzeichen zerstochen wurden.

Mit kommt es so vor, als ob so mancher nicht mehr rational handelt. Vorsicht ist bei Menschen, die zu Risikogruppen gehören, durchaus verständlich. Aber muss es sein, dass ich argwöhnisch über meinen Nachbarn wache und überprüfe, ob er sich an die vom Staat ausgegebenen Regeln hält? Oder spitzeln und denunzieren da einige im Dienst der guten Sache?

Ich frage da immer nach der Verhältnismäßigkeit. Das habe ich in meiner Berufsausbildung gelernt. Alles, was der Staat tut, unterliegt dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz, der Teil unseres Rechtsstaatsprinzips ist. Er darf nicht härter durchgreifen, als unbedingt erforderlich ist.

Wenn diesem Grundsatz unser Staat unterliegt, warum sollte ich als einzelne dann anders handeln. Warum sollte ich unverhältnismäßig sein. Ich möchte doch eher mit einem liebenden Auge auf meinen Nächsten schauen. Fühlt es sich nicht befreiender an, ein paar Jugendlichen ein Treffen zu dritt zu gönnen und ein Auge zuzudrücken, als ihnen die Polizei auf den Hals zu schicken.

In ihrer Fassungslosigkeit über das Vorgehen ihrer Bürger hat selbst die Greifswalder Polizei den Appell ausgegeben: „Bitte habt euch lieb!“

Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen! So steht es im 1. Korintherbrief 16,14. Darauf möchte ich schauen und mich immer wieder fragen, ob ich in Liebe auf meine Mitbürger schaue und ob ich mich „verhältnismäßig“ verhalte.

Wenn Corona wil steht (fast) alles still. Update 30 vom 14.04.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Christl Schäfer-Geiger

Von guten Mächten umgeben

„Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar….“
Wer kennt es nicht, das Lied von Dietrich Bonhoeffer, das schon viele Menschen durch die schwierigsten Situationen im Leben hindurch getragen hat. Er hat es im Dezember 1944 aus dem Gestapogefängnis als Weihnachtsgruß an seine Verlobte Maria von Wedemeyergeschickt. Gesehen hat er sie danach nicht wieder. Gerade einmal 39 Jahre alt war er, als man ihn vor 75 Jahren, am 9. April 1945 – so kurz bevor der ganze Spuk des Zweiten Weltkriegs endlich ein Ende hatte – auf grausamste Wiese im KZ Flossenbürg gehenkt hat. Wenn die Nationalsozialisten eines konnten, dann war es Menschen zu quälen, ihnen körperliche und seelische Schmerzen zuzufügen. Mit ihm starben die anderen, noch am Leben gebliebenen „Verschwörer“ des Attentats vom 20 Juli 1944, angeordnet auf obersten Befehl eines größenwahnsinnigen Machthabers. 

Welch zarte Worte schreibt Bonhoeffer seiner Verlobten und wie stark sind sie gleichzeitig. Über allem steht sein unerschrockener Glaube an unseren Gott, obwohl er ahnt, was auf ihn zukommt. Zwischen den Zeilen schwingen alle menschlichen Sehnsüchte und Ängste mit, Hoffnung flammt auf, Dunkelheit macht sich breit. Und in all diesen Emotionen flammt das Licht des ewigen Gottes, der in einer Welt voller Unsicherheit als einziger unseren aufgeschreckten Seelen einen Halt geben kann. 

„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“
Auch heute und morgen und übermorgen und…….

Mein Mann, Thomas Geiger, hat mit seinem Kollegen, Jörg Hertle, das KZ in Flossenbürg besucht. Für den Straßenkreuzer, das Nürnberger Sozialmagazin, haben sie eine Reportage über das KZ gemacht, in dem Pastor Dietrich Bonhoeffer starb. 
Wer die Reportage und die Gedanken Thomas Geigers dazu gerne lesen möchte, findet sie hier: