Einer trage des anderen Last

Der eine hängt sich seinen Christus übers Bett, der andere seinen Stalin. Lothar Warnekes Film „Einer trage des anderen Last“ spielt zu Beginn der fünfziger Jahre, als man voll ideologischer Inbrunst an den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft in der DDR dachte. Dabei wird ein Konflikt zwischen einem evangelischen Vikar und einem Kommissar der Volkspolizei ausgetragen. Beide kommen in eine Lungenheilanstalt und müssen sich ein Zimmer teilen. Sie kämpfen verbissen um die „richtige“ Weltanschauung. Warneke inszeniert diesen Glaubenskrieg mit bedachten Humor und gekonnter Ironie. Der Film ist der letzte Film der DEFA, der Filmgesellschaft der DDR.

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Die beiden Hauptdarsteller Jörg Pose und Manfred Möck erhielten für ihre Darstellungen 1988 in Berlin den Silbernen Bären. Sie vermitteln, dass sich Streiten lohnt ohne unbedingt rechthaben zu müssen. Sie führen eine ganz praktische, persönliche Auseinandersetzung, die kurz vor der Wende im DDR-Kino geführt wurde, wo an anderer Stelle noch Kirchenzeitungen zensiert wurden.

Wir zeigen den Film aus Anlass von 25 Jahre Mauerfall am Donnerstag, den 13.11.2014 um 19.30 Uhr im Gemeindehaus in der Nürnberger Str. 121. Nehmen Sie sich Zeit für diesen eindrucksvollen Film.

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