Von der Septuaginta zur Vulgata

Bei einem weiteren Abend aus der Reihe „Bibel Input“ zum Thema: „Neugierig auf mehr – Geheimnis Bibel“ erfuhren die Teilnehmer viel über den schriftlichen Werdegang der Bibel vor und nach der Zeitenwende. Um 250 v. Chr. wurde die griechische Übersetzung des Alten Testamentes angefertigt. Diese Übersetzung war dann viele Jahrhundertelang die Standardübersetzung der Gelehrten des Alten Testamentes. Nach der Anerkennung des christlichen Glaubens in der römischen Zeit durch Kaiser Konstantin dem Großen im Jahr 313 n .Chr. und der lateinischen Sprache als Weltsprache, wollten auch die Christen die Bibel in dieser Sprache übersetzen. Der Kirchenvater Hieronymus übersetzte zunächst das Neue Testament. 384 n. Chr. übersiedelte er nach Bethlehem und übersetzte Teile des Alte Testamentes zunächst aus der Septuaginta, danach auch andere Bücher des AT laut eigenen Angaben „nach dem Hebräischen“. Bis heute ist diese Übersetzung vor allem in der katholischen Kirche anerkannt und wird in verschiedenen Ordensgemeinschaften verwendet.

Die Teilnehmer stellten die Frage nach der sog. Kanonisierung der Bibel. Es ist die Frage, nach welcher Richtschnur (= Kanon, Maßstab) einzelne Bücher in die Bibel kamen und andere nicht. Diese Frage hat sich über die Jahrhunderte gestellt und ist bis heute nicht bei allen Kirchen gleich beantwortet. Im Jahr 367 n. Chr. hat Bischof Athanasius in einem Osterbrief genau die 27 Bücher der Neuen Testamentes als kanonisch bezeichnet, die noch heute als solche allgemein angesehen werden. Damit war ein Streit zu Ende gegangen, der die Christen nachhaltig beschäftigt hat. Gegen 160 n. Chr. hat Marcion das Alte Testament für nichtig erklärt. Spätestens da mussten die Bischöfe der Kirche Kriterien finden, warum welches Buch zum Kanon gehören kann und warum andere nicht. Sie legten zwei Kriterien fest: Die Schriften mussten von Augenzeugen von Jesus autorisiert sein und der Inhalt musste mit der kirchlichen Lehre übereinstimmen. Aus diesem Denken entwickelte sich im Laufe der Zeit die sog. Dogmatik: die christliche Lehre wird in Thesen erläutert und zusammengefasst. Wer dieser Norm nicht entspricht, hält an einer Irrlehre fest.

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