Wenn Corona will, steht (wieder überall) fast alles still, Update 329 vom 07.02.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Tor! Tor!

Heute ist der 07.02.2021. Heute vor genau sieben Jahren, am 07.02.2014 lautet die Losung der Herrnhuter Losungen: „Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse; wir aber denken an den Namen des Herrn, unseres Gottes“ (Psalm 20, 8).

Es ist ein Freitag. Den ganzen Tag sorgen wir uns um die Gesundheit von Simon. Langsam aber sicher leben wir damit, diese Tage irgendwie zu leben und zu überleben. Am Abend denke ich daran, dass am Freitag die Fußballbundesliga mit einem Spiel beginnt.

Meine Erinnerungen gehen zurück an die Zeit, in der Simon etwa zwei oder drei Jahre alt war. Er war ein begeisterter Fußballspieler. Wenn er einen Ball gesehen hat, dann wollte er immer mit ihm spielen. Jahre später bei der Lebenshilfe war die ganze Gruppe einmal auf der Bowlingbahn. Irgendwann lag vor Simon solch eine große Bowlingkugel. Simon nimmt Anlauf und wollte mit einem Fuß diese Kugel wie einen Fußball spielen. Im letzten Moment wurde er daran gehindert.

Ich erinnere mich daran, dass er schon als ganz kleines Kind voller Eifer Tischfußball gespielt hat. Er hat sich riesig gefreut, wenn der Ball ins Tor gegangen ist. „Tor, Tor“. Er konnte nur ganz wenige Worte sagen. Aber dieses Wort gehörte dazu. Im Stillen hatte ich mir schon ausgerechnet, wie es sein würde mit ihm Fußball zu spielen. Es gehen eben auch kleine Wünsche nicht in Erfüllung, wenn solche große Probleme vor einem liegen. 1995 gewann Boris Becker die Australian Open. Simon konnte nicht reden. Aber wenn ich zu ihm sagte: „Simon, wer ist Boris Becker?“ Dann stand er auf und bewegte seine Hand wie ein Tennisspieler. Auch jetzt beim Schreiben kommen mir Tränen über diese Erinnerungen.

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