Wenn Corona will, steht (fast) alles still, Update 41 vom 25.04.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Bitte nennt mir die Kirchen von Rothenburg“! Das war eine klare Anweisung unseres Musiklehrers in der Realschule. Die St. Jakobskirche wurde genannt. Kennen vermutlich auch viele der Leser/-innen dieser Updates. Diese gewaltige gotische „Kathedrale“ beherbergt immerhin einen Altar von Tilmann Riemenschneider. Vielleicht ist auch noch die Franziskanerkirche bekannt. Auch dort gibt es einen Altar dieses Würzburger Künstlers. Ich habe dort jahrelang meine wöchentliche Ausbildung als Organist erfahren und diese Kirche ist zur Kirche des Monats April 2020 von der deutschen Denkmalstiftung ernannt worden. Dann gibt es noch die evangelische Heilig-Geist-Kirche. Sie liegt ganz nah beim deutschen Kriminalmuseum und der eine oder andere hat den Namen deswegen auch schon mal gehört oder ist an ihr vorbeigegangen. Weniger bekannt ist die katholische Johanniskirche.

War der Musiklehrer mit diesen Aussagen zufrieden? Nicht ganz! „Es gibt noch eine ganz unscheinbare Kirche und die wird auch nur einmal im Jahr benutzt“. Keiner konnte seine Frage beantworten. Die Lösung: Es gibt die Kirche St. Wolfgang in der Klingentorbastei. Es war die Kirche der Bruderschaft der Schäfer. Und dann wurde mir klar: In dieser Kirche wird der Gottesdienst am Sonntag zum Guten Hirten gefeiert. Es ist keine Orgel zu finden, weil die Schäfer mit ihren Flöten die Musik erklingen lassen. Im liturgischen Kalender steht heute „Misericordias Domini“ auf dt. „Die Barmherzigkeit des Herrn“. An diesem Sonntag findet in der Kirchengemeinde Oberkrumbach seit vielen Jahren immer die Jubelkonfirmation statt, wenn sie nicht wie in diesem Jahr aus besonderen Gründen ausfallen muss.

Nicht nur ganz treue Leser/-innen kennen den zweiten Sonntag nach Ostern unter dem Namen „Hirtensonntag“. Das hat einen einfachen Grund: Alle Texte zu diesem Sonntag sprechen dieses besondere Thema an: Gott ist mein Hirte, Jesus ist mein guter Hirte, Verantwortliche in den Gemeinden sollen als gute Hirten handeln (z.B. Psalm 23, Hesekiel 34, Johannes 10, 1. Petrusbrief 5). Ich finde es sehr interessant, dass nicht nur Gott selbst, sondern auch Jesus und verantwortliche Menschen als Hirten bezeichnet werden. Teilweise gibt es eine klare Gegenüberstellung von „guten“ und „schlechten“ Hirten. Das ist z. B. im Buch des Propheten Hesekiel nachzulesen. Pfarrer/-innen werden mit den Hirten verglichen und in verschiedenen Landeskirchen und Freikirchen werden sie deshalb auch „Pastoren“ genannt. Das ist die dt. Übersetzung des lat. Begriffes „Pastores“ für Hirten. Für mich war und ist das der Leitfaden schlechthin für meinen Dienst als Hirte in den beiden Kirchengemeinden, wie es von Gott selbst ausgedrückt und bei Hesekiel nachzulesen ist: „Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und, was fett und stark ist, behüten; ich will sie weiden, wie es recht ist“ (1. Petr. 34, 16). Und morgen dann auch inhaltlich etwas mehr durch ein Gemeindemitglied aus Altensittenbach.

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