Wenn Corona will, steht (fast) alles still, Update 42 vom 26.04.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Barbara Weider

Rückblende – kurz nach dem Lockdown:

Eine Freundin und ich sprechen über die aktuelle Lage. Sie sagte: „Ich schwimm! Es fühlt sich alles so schwammig an! Mir geht es zwar gut, aber die Situation ist so seltsam und nicht zu greifen.“ Sie sprach mir aus der Seele. Ich, ebenso getaktet im Beruf, Homeschooling und dem ganzem Corona Alltag fühlte das Gleiche.

Und heute?! Heute ist der Hirtensonntag. Das Neue Testament bekennt Christus als den guten Hirten, der für seine Schafe sorgt. Nicht nur im Kollektiv sondern für jedes einzelne und dazu sein Leben für sie einsetzt.

Aber ist das Bild noch zeitgemäß? Will ich ein Schaf sein? Am Ende ein „dummes Schaf“, das blind einem Hirten hinterherläuft?

Also auf ein Neues, ich möchte mir den Hirten genauer anschauen, der mein Vorbild sein möchte, muss wissen wie er tickt. Denn ich will nicht irrlaufen, ich mag keine Manipulation, deshalb frage ich mich, welche Motivation Jesus der Sohn Gottes hatte, dass er sich ans Holz schlagen lässt. An das Holz! Damals im Judentum galt dem, der am Holz starb die ewige Verdammnis – keine Rettung, ausgestoßen von Menschen und Gott.

Wohlstand oder Ansehen können nicht die Gründe gewesen sein warum Jesus diesen krassen Tod auf sich genommen hat. Zufall? Nein – das passt nicht in den Kontext zum Neuen Testament:

Es geht ums Herz! Jedes einzelne Herz.

Der Hirte Jesus schafft durch seinen Tod und Auferstehung Raum für Nähe, bietet Orientierung und Zufluchtsort. Das lässt mich aufhorchen, denn je nach Lebenslage geht uns die aktuelle Zeit an die eigene Substanz. Jesus nachzufolgen hilft „weich und offen“ zu bleiben, mal andere Perspektiven einzunehmen, sich einzulassen.

Beziehung zu uns Menschen und Nächstenliebe sind die Motivatoren im Wirken von Jesus. Warum? Beziehung zu Jesus und Nächstenliebe verändert mich, mein Weltbild. Ich merke, dass auch wenn ich nur einen ganz kleinen Bewegungsradius habe, dort mein Leben reicher wird, wo auch nur eine unscheinbare Geste passiert, wie z. B. eine Karte oder eine zufällige Begegnung.

Und wie ist der Stand heute Ende April? Mein Leben ist immer noch dicht an dicht. Arbeit und Homeschooling takten meinen Alltag durch. Teilweise ist es ziemlich schwierig die Übersicht zu behalten. Eine Vielzahl von Telefonaten und Eindrücken liegen hinter mir. Auffallend ist, dass viele Gespräche nicht nur oberflächlich und ausschließlich zum Sachverhalt abgewickelt werden. Es gibt viele Begegnungen in der Corona Zeit die anders ablaufen: persönlich, sehr freundlich und zugewandt, trotz hohem Druck und Existenzangst. Diesen Eindruck werde ich behalten aus diesen Tagen.

Der heutige Sonntag erinnert mich daran, auch wenn mein Entscheidungsfreiraum beschränkt ist, durch was auch immer, ich kann mich an Jesus halten. Gerade wenn es im Alltag ans „Eingemachte“ geht – muss ich aufpassen, dass mein Herz nicht hart wird. Jesus der gute Hirte kann uns Sicherheit und Orientierung geben. Und egal wie unsere Umstände des Lebens aussehen, sind wir nicht allein unterwegs, sondern können Jesus folgen, wie in 1. Petrus 2, 21 beschrieben Dazu hat er euch nämlich berufen. Denn auch Christus hat für euch gelitten. Er hat euch ein Beispiel gegeben, damit ihr ihm in seiner Fußspur nachfolgt. 

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