Wenn Corona will, steht (noch) manches still, Update 169 vom 31.08.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Wir schaffen das – hoffentlich

Deutschland ist ein starkes Land. Das Motiv, mit dem wir an diese Dinge herangehen, muss sein: Wir haben so vieles geschafft – wir schaffen das“. Dieser Satz von Angela Merkel am 31.08.2015 und damit genau heute vor fünf Jahren gehört wohl zu den bekanntesten und nachhaltigsten Sätzen, die je in Deutschland gesprochen worden sind. Das erkenne ich daran, dass er bis heute heftig und kontrovers diskutiert wird und dass ihn fast jeder Deutsche kennt und darüber hinaus auch viele in der Welt.

Ich habe vor einer Woche einen interessanten Rundfunkkommentar gehört. Darin beschreibt der Kommentator, dass tatsächlich viele – vor allem männliche Flüchtlinge – sehr gut in Deutschland integriert sind. Viele Familien haben eigene Wohnungen gefunden und die sog. Flüchtlingsheime haben stark abgenommen. In der Schule bemerke ich, dass viele Kinder von Flüchtlinge mittlerweile sehr gut Deutsch sprechen. Vor zwei Woche kam ich darüber ins Gespräch mit einer Kurdin, die mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Sie hat zwei Kinder und die große Tochter kommt in diesem Jahr in die Grundschule von Altensittenbach. Ich habe sie danach gefragt, ob mit den Kindern deutsch gesprochen wird. Ihre Antwort war für mich interessant und deckt sich auch mit meinen eigenen Beobachtungen. „Zu Hause sprechen wir mit ihr kurdisch, im Kindergarten und mit Freunden sprechen die Kinder deutsch. Die deutsche Sprache können sie sehr viel besser als die kurdische Sprache“. Ich entdecke: Die Familie hilft mit, dass Integration gelingt.

Wir schaffen das“ – ich habe in diesen Coronazeiten oft über diesen Satz nachgedacht. Schaffen wir es auch, diese Pandemie so zu überwinden, dass nicht erst in weiter Zukunft ein einigermaßen normales Leben wieder möglich ist? Wer schenkt uns dazu Kraft und die notwendige Einstellung und Motivation? Meine Gedanken gehen zurück an die Geschehnisse vor 2000 Jahren in Galiläa. Jesus versammelt seine Jünger um sich und verabschiedet sich von ihnen. Es kommt zu den berühmten Worten „Matthäi zum Letzten“. Es ist der Missionsbefehl: „Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matthäus 28, 19 – 20).

Jesus sagt das zu elf Jüngern. Das ist einer weniger als die ursprünglich Berufenen. Viele von ihnen waren einfach Leute wie z.B. Fischer. Und dann solch ein Auftrag!! Heute sprechen wir von einem „globalen“ Auftrag für die ganze Welt. Menschlich gesehen sind diese elf Männer damit völlig überfordert. Diesen Auftrag auszuführen war wie eine Herkulesaufgabe. Fast alle Jünger sind dem Märtyrertod gestorben. Aber sie wussten: Jesus hat sie dazu gesandt. Von ihm her bekommen wir die Kraft, die nötig ist. Und das ist auch eine Verheißung für die Verantwortlichen dieser Zeit: Überlegt, diskutiert und beschließt im Namen von Jesus Christus. Seine Gegenwart geht mitten in dieser Krise nicht verloren (siehe auch Update 165 vom 27.08.2020).

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