Wenn Corona will, steht (noch) manches still, Update 192 vom 23.09.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Vergiss den Sommer nicht

Ich weiß nicht, was Sie für ein Typ sind. Ich jedenfalls liebe den Frühling und den Sommer. Ich bin immer traurig, wenn die Tage kürzer sind als die Nächte. 1980 wurde die Sommerzeit eingeführt und ich war darüber begeistert. Ich erinnere mich an meine Kinder- und Jugendzeit. Wenn wir dann am Abend noch Fußball gespielt haben, dann wurde es selbst von Mitte Juni bis Mitte Juli schon gegen 21.00 Uhr dunkel. Im August haben wir dann immer mit einem weißen Ball gespielt und zwar solange bis nur noch dieser Ball zu sehen war.

Seit Einführung der Sommerzeit vor genau 40 Jahren genieße ich es, bis 22.00 Uhr die Sonnenstrahlen zu sehen. Wenn ich am Baggersee in Happurg noch so spät schwimmen kann, schwimme ich dem Sonnenuntergang „entgegen“ und freue mich daran. Die zweimalige Zeitumstellungen machen mir da nichts aus. Die verkrafte ich gut und nehme sie mir für diese „Abenderlebnisse“ gerne auf mich. Vor einigen Jahren wurde entschieden, dass die Umstellung auf die MEZ (Mitteleuropäische Zeit) um vier Wochen verschoben wird. Deshalb beginnt sie erst am letzten Sonntag im Oktober. Das finde ich persönlich klasse. So kann ich auch den Oktober noch relativ „hell“ genießen.

„Vergiss den Sommer nicht“. Ja, den will ich nicht vergessen. In langen Winternächten denke ich daran, auch wenn ich nicht Frederic heiße und ich auch keine Maus bin. In der Bibel wird der Sommer im Lukasevangelium als Bild für das nahekommende Gottesreich hergenommen. „Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume: wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr es an ihnen und merkt, dass jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr: wenn ihr dies alles seht angehen, so wisset, dass das Reich Gottes nahe ist“ (Lk 21, 30 – 31). Für mich eine sehr schöne Vorstellung. Wenn das Reich Gottes sichtbar ist, dann ist Sommer nicht nur in meinem Herzen, sondern für das ganze Universum.

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