Wenn Corona will, steht (noch mehr) still, Update 234 vom 05.11.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Pfr. Dr. Siegfried Schwemmer

Zeit, dass sich was dreht

Wer jetzt nicht lebt,
wird nichts erleben.
Bei wem jetzt nichts geht,
bei dem geht was verkehrt.
Die Zahl ist gefallen,
die Seiten vergeben.
Du fühlst du träumst,
du fühlst du glaubst du fliegst
oeoeoe
bis zum Leben deoe …

Es wird Zeit, dass sich was dreht
Wer sich jetzt nicht regt
wird ewig warten.
Es gibt keine Wahl
und kein zweites Mal.
Die Zeit bereit
nicht zu vertagen
Du fühlst du träumst
Du fühlst du glaubst du fliegst.
Zeit, dass sich was dreht.
(Herbert Grönemeyer)

2006 war in Deutschland das Sommermärchen. Herbert Grönemeyer hatte den offiziellen FIFA WM-Song geschrieben.

Es gibt auch andere bemerkenswerte Texte von Grönemeyer. Zu meinen Lieblingssätzen gehört: Stillstand ist der Tod.

Ich ging als Pfarrer an einen neuen Ort. Die Uhr am Kirchturm stand lange Zeit still. Es war für mich ein Symbol. Erst als ich mich persönlich um die Uhr gekümmert hatte und sie reparieren ließ, konnte ich sie mit der aktuellen Jetztzeit synchronisieren.

Ich wünschte mir, und ich habe es öffentlich gesagt, dass wir als Kirche und Kirchengemeinde in der Gegenwart ankommen. Ich wollte nicht ständig hören: »Früher war alles besser«. Oder: »Es ist schon immer so und so muss es bleiben«.

Ich habe gefragt: Wünschen sich die, die immer die Vergangenheit beschwören, ohne die Erkenntnisse der modernen Medizin, an der Pest, der Cholera und anderen überwundenen Krankheiten zu sterben?

Reform ist für die Kirche der Reformation Prinzip und ständiger Prozess. Es gehört zum Wesen des protestantischen Prinzips, die eigene theologische und kirchliche Praxis immer wieder in Frage zu stellen: ecclesia semper reformanda. Die Kirche muss und soll sich immer wieder verändern und erneuern. Nur so ist und so bleibt sie wesentlich und lebendig.

Wie gesagt: Stillstand ist der Tod. Deshalb ist es Zeit, dass sich was dreht. Leben ist Bewegung!

Nachdem ich am Reformationsfest mein Anliegen öffentlich gemacht hatte, war ich angezählt. Meine Zeit an diesem Ort sollte bald zu Ende gehen. Die Widerstände waren groß. Der Geist der Erneuerung wurde mit allen Mitteln verhindert. …

Meine wissenschaftliche Beschäftigung mit Wilhelm Löhe (1808-1872), der ich mich widmen durfte, hat mich in meiner Haltung bestätigt:

Veränderung muss sein, wo man vorwärts geht,
und immer vorwärts bringt am Ende eitel Vorteil.
Nichts jämmerlicher als Stillstand.
(Wilhelm Löhe, GW 2,368)

Aus: Siegfried J. Schwemmer, Mut zur Veränderung. Christsein in der Gegenwart, KDP (Kindle) 2020, ISBN 979-8630915382, E-Book 8,90 €, Taschenbuch 9,75 €

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