Wenn Corona will, steht (wieder überall) fast alles still, Update 282 vom 22.12.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Christus bekennen als „mein Herr und mein Gott“

Am 21.12. feiern evangelische Christen den Thomastag. Ich habe darüber gestern geschrieben. Die Kirche in Altensittenbach ist nach ihm benannt. Wer die Kirche betritt, dem fällt sofort der Altar auf. Er sieht die Szene, wie Thomas seine Hand in die Seite von Jesus legt als Beweis für dessen Auferstehung. Diese Handlung wird in der Bibel selbst nirgends erzählt. Der Apostel hat an Jesus auch ohne diese Tat geglaubt und sich zu ihm bekannt mit den Worten. „Mein Herr und mein Gott“ (Johannes 20, 28).

Ich denke, dass dieses Bekenntnis und die aus der Bibel dahinterstehende Geschichte bis heute den Geist der Kirchengemeinde Altensittenbach gut beschreibt. Seit dem 1. Advent 1970 ist sie ein selbständiges Pfarramt gemeinsam mit der Kirchengemeinde Oberkrumbach. Vorher war Altensittenbach die zweite Pfarrstelle von Hersbruck. Wir wollten das diesjährige 50-jährige Bestehen mit einigen Veranstaltungen feiern. Immerhin klappte der Liederabend mit dem Ehepaar Kropf und der Gottesdienst mit dem Gospelchor aus Hersbruck (genau eine Woche vor dem Lockdowon im Frühjahr).

Ursprünglich war es so, dass Altensittenbach die „Mutterpfarrei“ aller Pfarreien nördlich der Pegnitz war. Sie war eine Eigenkirche des Bistums Eichstätt und wurde zwischen 1062 und 1071 durch Bischof Gundekar geweiht. Die Forscher weisen darauf hin, dass die Altensittenbacher Kirche älter ist als die von der Äbtissin Wiltrud beim Hersbrucker Klosterhof gegründete Kirche. So war Altensittenbach auch die Mutterpfarrei von Hersbruck. Das wird schon allein dadurch belegt, dass die Hersbrucker in früheren Zeiten ihr Kirchweihfest am 21.12. (dem Thomastag) gefeiert haben. Sie richteten sich also nach dem Namenspatron ihrer Mutterpfarrei, eben Altensittenbach. Erst später erging es Altensittenbach so wie vielen anderen Gemeinden: Die Filialkirche wurde größer und bedeutender als die Mutterkirche und machte diese dann zur abhängigen Filialkirche.

Hersbruck ist heute als frühere Kreisstadt eine Stadt mit etwa 13.500 Einwohner. Altensittenbach dagegen hat etwa 2000 Bürger. Wichtiger ist die andere Beobachtung: Von Altensittenbach aus wurde das Land nördlich der Pegnitz missioniert. Und diese „missionarische“ Grundgesinnung wird bis heute bei vielen Christen hier gelebt. Menschen sollen Jesus als ihren lebendigen Herrn erfahren. Dieses Leitthema bestimmt bis heute alle Aktivitäten in der Thomaskirche so wie das der Apostel Thomas mit seinem Bekenntnis ausgedrückt hat. Und ich hoffe, das bleibt auch in Zukunft so.

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