Wenn Corona will, steht (endlich ein bisschen) weniger still, Update 351 vom 01.03.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Mögen Engel dich begleiten – Simon

Es ist der 01.03.2014. Es ist ein Samstag, heute vor genau sieben Jahren. Einen Tag später sind es genau drei Wochen her, dass Simon gestorben ist. Der Beerdigungsgottesdienst soll in der Stadtkirche in Hersbruck stattfinden. Wir rechnen mit sehr vielen Menschen und haben uns dazu entschlossen, in dieser großen Kirche diese Feier abzuhalten. Es war eine gute Entscheidung. Es kamen über 400 Gottesdienstbesucher. Teilweise waren sie von weit her angereist.

Der Gottesdienst selbst wurde von vielen Menschen musikalisch ausgestaltet. Die Posaunenchöre aus Altensittenbach und Oberkrumbach waren vertreten, Freunde haben mit E-Piano, Gitarre und Gesang Lieder gesungen, der Kinderchor der Grundschule Altensittenbach hat das Lied „Mögen Engel uns begleiten“ vorgetragen, eine gute Freundin von uns hat eine Power-Point-Präsentation mit Bildern aus dem Leben von Simon vorbereitet und Dekan Dr. Werner Thiessen hat die Predigt gehalten. Ein Sohn eines Freundes hat die gesamte Feier als DVD aufgezeichnet. Freunde und Mitglieder aus dem Kirchenvorstand haben das Kaffeetrinken hinterher vorbereitet.

Für mich war besonders nachdenkenswert, dass der Taufspruch von Simon gleichzeitig auch die Jahreslosung von 2014 war. Zufall?? „Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den HERRN, dass ich verkündige all dein Tun“. Diesen Vers aus dem Psalm 73, 28 haben wir ihn als Eltern im Juli 1992 zur Taufe ausgesucht. Wir haben uns viele schriftliche Glückwünsche zum damaligen Fest aufgehoben. Auf mehreren Karte standen ungefähr folgende Worte: „Wir wünschen Dir viel Glück und Gesundheit im Leben“. Ich will ganz ehrlich sein. Wenn ich diese Karten jetzt lese, stehen mir viele Tränen in den Augen.

Der Text aus dem Psalm 73 für die Jahreslosung von 2014 wurde aus der ökumenischen Einheitsübersetzung ausgewählt. „Gott nahe zu sein ist mein Glück“. Ich habe bei den Predigten dazu viele Worte gelesen, bei denen es vor allem um das „Glück“ ging. Irgendwie hatte mich das nie zufrieden gestellt. „Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte“ von Luther zu „Gott nahe zu sein ist mein Glück“. Passt das zusammen? Ich habe im hebräischen Urtext nachgesehen und war erstaunt. Die wörtliche Übersetzung lautet: „Gott nahe zu sein ist mir kostbar“. Ich bin über diese wörtliche Übersetzung des Textes begeistert. Darüber hat Dekan Dr. Thiessen dann auch gepredigt und die Kachel an der Wand bei der Baumbestattung trägt diese Formulierung. Und das zog sich auch gefühlsmäßig für mich durch den ganzen Abschiedsgottesdienst. Das ist eine starke Verheißung für jeden, der im Glauben an Jesus um einen lieben Menschen trauert.

Meine Schwägerin Silvia Dörr spielt das Lied auf dem Klavier

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.