Wenn Corona will, steht (endlich ein bisschen) weniger still, Update 363 vom 13.03.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Buonasera

Es ist der 13.03.2013. Heute vor genau acht Jahren. Dieses Datum ist ganz leicht zu merken, vor allem in der Kurzform: 13.3.13. Es ist ein Mittwoch. Am Abend soll ein Mitarbeiterabend stattfinden. Während des Tages sind aber unsere Gedanken auf Rom gerichtet. Das Konklave hatte sich versammelt und will einen neuen Papst wählen. Erst einen Tag vorher begann die Versammlung. Ich habe nicht wirklich damit gerechnet, dass es noch an diesem Tag zu einer Entscheidung kommen wird.

Dann die Überraschung: Plötzlich läuten die Glocken von St. Peter und weißer Rauch steigt auf. Offenbar hatte jemand im fünften Wahlgang die nötige Zweidrittelmehrheit erreicht und ist zum 265. Nachfolger von Petrus gewählt worden. Es ist 19.00 Uhr, es ist 19.30 Uhr, es geht auf 20.00 Uhr zu. Noch immer gibt es keinen Namen. Es hilft nichts. Ich muss in das Gemeindehaus. Dort treffen die anderen auch erst relativ spät ein. Ich sage zu unserem Jugendreferenten: Vielleicht kannst Du das Ergebnis noch erfahren bevor wir anfangen. Tatsächlich kommt er kurz nach 20.00 Uhr rein und meint: „Es ist ein Argentinier und wird sich Franziskus nennen“.

Und das war wirklich eine große Überraschung. Papst Franziskus wurde zum ersten nicht in Europa geborenen Papst seit Gregor III. (731 – 741) gewählt. Zum ersten Mal wurde ein Jesuit Papst und nach langer Zeit wieder ein Angehöriger eines Ordens. Der Papstname hat mich sehr gefreut. In meinen Updates Nr. 205 – 210 habe ich viel von diesem Mann aus Assisi geschrieben. Der Name ist Zeichen dafür, dass er ein Pontifikat führen wolle, der die Armen nicht vergisst und der für Frieden und Schöpfung eintreten will.

Und so zeigt sie dieser Papst bis heute als jemand an der Spitze der römisch-katholischen Kirche, der einfach leben will und das auch in die Tat umgesetzt hat. In Erinnerung wird für mich auch seine Begrüßung direkt nach der Wahl bleiben. Mit den Worten „Buonasera“ (Guten Abend) begrüßte er die wartenden Gläubigen auf dem Petersplatz. Keine langen frommen Worte waren es. Einfache Worte der Begrüßung genügten ihn, um die Menschen in sein Herz zu schließen und umgekehrt.

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