Archiv des Autors: Alexander Krause

Über Alexander Krause

Prädikant, Administrator

Wenn Corona will, steht (noch) vieles still, Update 112 vom 05.07.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Lektorin Barbara Weider

Haben Sie schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Ihnen ein Mensch ganz bewusst und gezielt etwas Böses angetan hat? Sie gekränkt und beleidigt hat? Ihnen das Leben vielleicht sogar unerträglich erschwert hat?

Wenn wir uns gegenseitig aus unserem Leben erzählen, würde wahrscheinlich die ein oder andere persönliche Geschichte dazu auftauchen. Das ist nichts Ungewöhnliches. Anfeindungen oder Feindseligkeiten kann ich auf unterschiedlichste Weise erleben.

Besonders dokumentiert und archiviert findet man im digitalen Netz eine Fülle von Hasskommentaren, schnell ändert sich das Vokabular und endet in Kraftausdrücken, deren Angemessenheit jegliche Reflektion fehlt. Hinter dem Schützengraben der Online-Anonymität werden Beleidigungen, Beschuldigungen oder Unterstellungen munter ausgesprochen. Ohne Rücksicht, ohne Empathie. Aber nicht nur Anonym, es ist auffällig, dass Menschen schneller dazu neigen, andere im Netz anzugreifen, als sie im tatsächlichen persönlichen Kontakt tun würden.

Deshalb stellt sich immer wieder aufs Neue die Frage: Wie gehe ich damit um? Wie werde ich damit fertig? 

Es ist nicht zu leugnen, dass es hart in unserer Welt zugeht. Das gab es lange, lange bevor es überhaupt Facebook, Instagram oder youtube gab.

Denken wir an die Josef-Geschichte, als die Brüder ihn rücksichtslos im Brunnen ausgesetzt haben. In den Psalmen lesen wir auf vielfache Weise um das Leid mit den Feinden. Und der Verrat Jesus durch seinen Jünger Judas läuft in die gleiche Richtung. Menschen haben schon immer auch Böses getan.

Die eigene Lebenssituation sieht sich ab und an immer wieder mit Anfeindungen und der bösen Seite von Menschen provoziert. In der Bibel heißt es „Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde“ Der Hirtenpsalm zeigt, dass wir bei Gott Schutz finden und Feinde zu unserer Lebensrealität gehören. 

Für Paulus im Römerbrief ist es sonnenklar, dass Menschen untereinander feindlich gesinnt sein können. Wer den Römerbrief einmal von Anfang an liest, der wird überrascht sein, wie desillusionierend und realistisch das Bild ist, das Paulus von den Menschen der Welt zeichnet – und zwar von allen: von Frommen und von Gottlosen. Er kommt zum Fazit: Kein Mensch ist nur gut. Da kann er sich noch so sehr anstrengen. 

Menschen können in unterschiedlichen Umständen feindselig sein. Jedem kann es passieren. Tage die aufbrausend, schräg oder unsensibel verlaufen. Eine Whatsapp, eine Antwort die härter ausfällt – auch wenn es gar nicht so gewollt ist. Die Rollen Opfer-Täter können schnell im Alltag wechseln.

Aber wie läuft das jetzt mit dem Miteinander – wie sieht das nun in der Praxis aus?

Wenn möglich, soviel an euch ist, lebt mit allen Menschen in Frieden! (Römer 12,18)

Gott akzeptiert und sieht unsere Situation. Er ist uns nah und hinter diesem fast verwegenen Aufruf steckt etwas Großes. Das er uns und unserem Nächsten geben will.

Wenn möglich, soviel an euch ist, ….

Gott ist gnädig. Er verlangt nichts von mir, was ich nicht leisten kann. Er will keine Selbstaufgabe oder gar Selbstzerstörung, wenn ich Aggressionen von Anderen ausgesetzt bin. Er ist besorgt um uns und um unseren Feind! 

Wenn möglich, soviel an euch ist, ….

Gott ist gnädig, er kennt meinen Hintergrund, meine Möglichkeiten, meinen Wirkungsradius – soviel an mir liegt – Gott verweist auf meine Handlungsfähigkeit, ermuntert mich so weit zu gehen, wie ich kann, motiviert mich zum aktiven Leben. 

Wenn möglich, soviel an euch ist, ….

Gott ist gnädig. Er sichert mir meine eigene Grenze, damit mein Feind seinen Verantwortungsbereich einnehmen kann. Auch für mich gilt, die Grenze meines Feindes nicht zu überschreiten. 

Denn genau das war der Anfang des Konfliktes! Die Tatsache, dass die eigene persönlichen Grenze einfach übertreten wurde, ohne Rücksicht! Mit der Folge, dass Herzen verletzt und hart geworden sind, und am Ende drohen zu brechen.

Die Ermutigung „Lebt mit allen Menschen in Frieden“ richtet sich an unser Herz.

Frieden bedeutet hier nicht das Gegenteil von Krieg. Frieden bedeutet eine gute Beziehung zu haben, zu anderen Menschen, zu sich und zu Gott. Das hebräische Wort schalom bedeutet Frieden im Sinne von „heil sein“ oder „ganz sein.“ 

Mutig sein und trotz allem offen bleiben – leitet Gott uns barmherzig an. 

„Schalom“ – uns allen!

Wenn Corona will, steht (noch) vieles still, Update 105 vom 28.06.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Prädikant Alexander Krause:

Soziale Missstände, Ausbeutung und die Bereicherung der Finanzelite; das sind die Themen, gegen die der Prophet Micha aus Moreschet angepredigt hat. Er sagt: „Weil ihr euch nicht nach den Geboten Gottes richtet, werdet ihr wegen eurer Sünden bestraft werden.“

Das ist die klassische alttestamentliche Theologie des „Tun-Ergehens-Zusammenhangs“. Tust du Gutes, widerfährt dir Gutes. Tust du Böses, widerfährt dir Böses. Gut kann man das Anhang der Hiob-Erzählung nachempfinden.

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Wenn Corona will, steht (noch) vieles still, Update 84 vom 07.06.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Prädikant Alexander Krause:

Trinitatis

Jerónimo Cosida

Dies ist aber der katholische Glaube: Wir verehren den einen Gott in der Dreifaltigkeit und die Dreifaltigkeit in der Einheit, ohne Vermengung der Personen und ohne Trennung der Wesenheit. Eine andere nämlich ist die Person des Vaters, eine andere die des Sohnes, eine andere die des Heiligen Geistes. Aber Vater und Sohn und Heiliger Geist haben nur eine Gottheit, gleiche Herrlichkeit, gleich ewige Majestät. […] Wer daher selig werden will, muss dies von der heiligsten Dreifaltigkeit glauben.

Athanasisches Glaubensbekenntnis
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Wenn Corona will, steht (fast) alles still, Update 35 vom 19.04.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Prädikant Alexander Krause:

Corona macht alles anders. Schulen haben geschlossen, Restaurants sind nicht geöffnet und auch die meisten – nicht „systemrelevanten“ – Geschäfte haben ihre Pforten dichtgemacht. Auch fast alle „unwichtigen“ Veranstaltungen wurden abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Und das hat Folgen: Zum Einen: 700.000 Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet, denn die Auftragsbücher sind leer. Zum Andern: Supermärkte sind überlaufen und Krankenhäuser, Hausärzte und Rettungsdienste bereiten sich auf den großen Crash vor. Und die Medien schließlich sind voll von Hiobs-Botschaften, nicht nur aus Italien, Spanien oder Frankreich, denn das Virus hat uns vollkommen unvorbereitet getroffen. Und das „nur,“ weil einige wenige die Gefahr nicht oder zu spät erkannt und einige wenige andere sie zunächst völlig ignoriert haben.

Aber das wissen Sie längst.

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Nur hinhören (HZ/PZ am 02.08.2014, Alexander Krause)

Ich fühle mich manchmal verloren in dieser Welt. Aufgaben im Haushalt, Pflichten an der Universität, Beziehungen, Verwirrungen, Schicksale und Enttäuschungen lassen mein Leben hin und wieder sehr chaotisch werden. Dann weiß ich nicht, was ich tun soll, was meine Aufgabe, meine Bestimmung ist, wohin ich gehen soll, noch, was für mich geplant wurde. Ich sehe mich manchmal ertrinken in dem nicht enden wollenden Strudel des Lebens. Weiterlesen