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Über Alexander Krause

Prädikant, Administrator

Wenn Corona will, steht (endlich ein bisschen) weniger still, Update 386 vom 05.04.2021

von Prädikant Alexander Krause.

Niedergeschlagen,
mürrisch,
enttäuscht.

Nichts scheint zu klappen,
der Plan geht nicht auf,
wie es weiter geht, liegt im Dunkeln.

Was sind Konzepte geschrieben worden! – und doch ging nichts.
Was sind Pläne gemacht worden! – ganz umsonst.

Es wiegt schwer,
dieses ständige her und hin,
liegt schwer auf den Schultern.

Wie ein Schatten auf der Welt,
der endlos zu sein scheint,
wie die Wartezeit in der Arztpraxis
– ist es bald soweit?

Vielleicht wirft all das große Schatten auf uns,
finstere Schatten, die dem Lande droh’n?

Doch, wo viel Schatten ist,
ist auch viel Licht.

Dieses Licht wird an Ostern sichtbar.
Dieses Jahr vielleicht mehr als sonst.

Ich spüre:
dieses Licht kommt in unsere Welt,
macht sie hell,
es bringt uns zusammen,
lässt uns manches doch gelingen,
und es macht mir Hoffnung.

Dieses Licht hört niemals auf.
Im Gegensatz zu den Schatten,
die uns davon überzeugen wollen,
im Gegensatz zur Welt,
die uns weiß machen will,
dass es nicht besser wird.

Dieses Licht ist der Anfang vom Ende,
vom Ende.

Der Herr ist auferstanden,
er ist wahrhaftig auferstanden,
und er wirft keinen Schatten;

Christus wirft keinen Schatten mehr.
– denn er selbst ist es,
das Licht.

Amen.

Jesus wirft keinen Schatten.

Wenn Corona will, steht (wieder überall) fast alles still, update 301 vom 10.01.2021

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit. Diesmal von Prädikant Alexander Krause.

Was will Gott mit mir?“ Das ist eine spannende Frage, die ich mir schon zu einigen Zeiten in meinem Leben gestellt habe. Und ehrlich gesagt, ich habe sie noch nicht richtig beantworten können, wenn ich auch immer mehr dahinter zu kommen scheine. Die Frage ist aber für jedeN ChristIn wichtig; denn wer mit Gott lebt, der muss sich damit auseinandersetzen, was das für das eigene Leben bedeutet.

Bei der Frage, was Gott will, ist es wichtig, von der Taufe her zu denken: Durch die Taufe und den Heiligen Geist gehören wir zu Gott! Die Taufe erneuert uns und macht uns zu einem neuen Menschen. Nur wer sich dessen bewusst ist, kann dann auch erkennen, was Gott mit ihm/ihr vorhat, wo er/sie gebraucht wird. Und Paulus mahnt dazu: „lasst euch verändern durch die Erneuerung eures Sinnes“ – und diese Erneuerung geschieht eben in der Taufe.

Wer also in der Taufe verändert ist und zu Gott gehört, der soll ihm auch dienen und sein Leben übergeben, sich quasi opfern. Aber nicht wie ein „Tieropfer“ und dann sterben, sondern als lebendiges Opfer: durch sein ganzes Leben soll man sich opfern, in seinem ganzen Leben soll man sich opfern. „Vernünftiger Gottes-Dienst“ ist es also nicht, einfach ein Tier darzubringen und zu opfern (oder was heute eben „unvernünftiger Gottesdienst“ wäre) und zu sagen „Gott wird es schon richten“ – vernünftiger Gottesdienst ist es, sich selbst und seine Begabungen und seine Kraft darzubringen und selbst ein Bestes zu geben – im Vertrauen auf Gottes Gnade und Gegenwart.

Und so habe ich das auch für mich und mein Leben angenommen: Als Christ muss ich Gott dienen, aber eben „nur“ nach meinen Begabungen. Und wenn ich mich zu Gott gehörig glaube, dann erfahre ich, was meine Begabungen sind und wo Gott mich braucht. Und das tue ich dann. Denn so diene ich Gott. Zum Lobe seiner Herrlichkeit.

Amen.


Wenn Corona will, steht (in Bayern) fast alles still, Update 273 vom 13.12.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Prädikant Alexander Krause

Aktuell überschlagen sich die Meldungen. Wie wird es weitergehen im Kampf gegen das Corona-Virus? Wie werden wir Weihnachten feiern können? Wird es einen harten Lockdown geben? Und wie lange wird der dauern? Wie finden wir da wieder heraus?

Die Israeliten wurden nach der Eroberung Jerusalems nach Babylon deportiert und aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen. Sie mussten dort, beraubt von Besitz und Titel, komplett neu anfangen. Jedoch konnten sie teilweise richtig Karriere machen und im Beamtenapparat des babylonischen Reiches hoch aufsteigen.
Es ging ihnen aber wohl psychisch und spirituell sehr schlecht; so hatten sie vermutlich Heimweh nach Jerusalem und zweifelten an ihrem Gott. Denn: welcher allmächtige Gott würde sein Volk einfach so in die Hände der Feinde geben? Wäre das nicht ein schwacher Gott?

Im 40. Kapitel des Jesajabuches geht es um den Trost, den Gott für das Volk Israel im babylonischen Exil bereithält; um den Trost des Schöpfers aller Dinge, der alles mit Macht beherrscht und vor sich hertreibt.

Wie ist dieser Trost zu verstehen? Wird Gott alles rückgängig machen, die Israeliten erneut herausführen in ihre Heimat, wie zuvor aus Ägypten?

Ich glaube, dieser Trost ist keine Vertröstung in das Gestern („früher war alles besser“). Es ist der Trost, dass es ein Morgen gibt! Dass es unabhängig von den Umständen immer irgendwie weitergeht, dass es immer einen Lichtblick am Horizont gibt, dass dies alles nicht das Ende ist, sondern dass es gut wird.

So auch hier bei uns. Wenn wir gewissermaßen im Corona-Exil sind, fern von unserem normalen Alltag, weit weg von geliebten Menschen, dann spricht Deuterojesaja zu uns:

Siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her.
Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen.

Jes 40, 10f.

Amen.

Siehe auch: https://kibotos.de/2020/12/13/zum-3-advent-2020/

Wenn Corona will, steht (noch) manches still, Update 168 vom 30.08.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Prädikant Alexander Krause:

Liebe Brüder und Schwestern!

Das ist eine für unsere Ohren ganz ungewöhnliche Anrede. Wenn ich Sie so anspreche, jede und jeden als meinen Bruder bzw. meine Schwester, dann sage ich damit, dass wir alle eine Familie sind. Dass wir eine gemeinsame Gruppe sind, dass wir zueinander gehören. Aber ich sage damit auch, dass wir gemeinsame Eltern haben, dass wir alle gemeinsam Kinder Gottes sind. Dass wir eins sind und eben nicht ich der Ihnen vorgesetzte Prediger und Sie die mir irgendwie untergebene Gemeinde, die ganz ganz brav zuhört. Wie eine Familie eben.

Aber natürlich ist das nicht immer so ganz richtig, denn wir sind schließlich nicht alle gleich und es ist nicht immer alles Friede-Freude-Eierkuchen. Aber wir sind die von Gott geliebten Kinder! Alle miteinander. Wie wir den Glauben leben, welche Frömmigkeit wir da umsetzen, wie wir beten, was wir singen, das ist völlig unerheblich, da gibt es keine genauen Regeln. Wichtig ist, für wen und warum wir den Glauben leben: Jesus Christus.

Ich wünsche mir für mich selbst und alle Menschen, dass wir immer wieder auf Jesus Christus schauen, weg von den Menschen, weg von den „Anführern“ der Gemeinde, dass wir sehen, worum es in dieser unseren Kirche wirklich geht: Um Liebe, Frieden und die Hoffnung auf die endgültige Erlösung und Errettung von der Sünde.

Wenn wir also sagen: Liebe Brüder und Schwestern, dann betonen wir genau das! Wir sind alle Brüder und Schwester, und unser Vater ist der Allmächtige Gott, der seinen einzigen Sohn nur für uns hingegeben zu unserer Erlösung. Und als Brüder und Schwestern werden wir irgendwann auferweckt und werden gemeinsam leben im Reich Gottes.

Denn »der Herr kennt die Gedanken der Weisen, dass sie nichtig sind.« Darum rühme sich niemand eines Menschen; denn alles ist euer: Es sei Paulus oder Apollos oder Kephas, es sei Welt oder Leben oder Tod, es sei Gegenwärtiges oder Zukünftiges, alles ist euer, ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes. (1Kor 3, 20b–23)

Amen.


Siehe auch: https://kibotos.de/2020/08/30/zu-12-p-trin-liebe-brueder-und-schwestern/

Wenn Corona will, steht (noch) vieles still, Update 112 vom 05.07.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Lektorin Barbara Weider

Haben Sie schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Ihnen ein Mensch ganz bewusst und gezielt etwas Böses angetan hat? Sie gekränkt und beleidigt hat? Ihnen das Leben vielleicht sogar unerträglich erschwert hat?

Wenn wir uns gegenseitig aus unserem Leben erzählen, würde wahrscheinlich die ein oder andere persönliche Geschichte dazu auftauchen. Das ist nichts Ungewöhnliches. Anfeindungen oder Feindseligkeiten kann ich auf unterschiedlichste Weise erleben.

Besonders dokumentiert und archiviert findet man im digitalen Netz eine Fülle von Hasskommentaren, schnell ändert sich das Vokabular und endet in Kraftausdrücken, deren Angemessenheit jegliche Reflektion fehlt. Hinter dem Schützengraben der Online-Anonymität werden Beleidigungen, Beschuldigungen oder Unterstellungen munter ausgesprochen. Ohne Rücksicht, ohne Empathie. Aber nicht nur Anonym, es ist auffällig, dass Menschen schneller dazu neigen, andere im Netz anzugreifen, als sie im tatsächlichen persönlichen Kontakt tun würden.

Deshalb stellt sich immer wieder aufs Neue die Frage: Wie gehe ich damit um? Wie werde ich damit fertig? 

Es ist nicht zu leugnen, dass es hart in unserer Welt zugeht. Das gab es lange, lange bevor es überhaupt Facebook, Instagram oder youtube gab.

Denken wir an die Josef-Geschichte, als die Brüder ihn rücksichtslos im Brunnen ausgesetzt haben. In den Psalmen lesen wir auf vielfache Weise um das Leid mit den Feinden. Und der Verrat Jesus durch seinen Jünger Judas läuft in die gleiche Richtung. Menschen haben schon immer auch Böses getan.

Die eigene Lebenssituation sieht sich ab und an immer wieder mit Anfeindungen und der bösen Seite von Menschen provoziert. In der Bibel heißt es „Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde“ Der Hirtenpsalm zeigt, dass wir bei Gott Schutz finden und Feinde zu unserer Lebensrealität gehören. 

Für Paulus im Römerbrief ist es sonnenklar, dass Menschen untereinander feindlich gesinnt sein können. Wer den Römerbrief einmal von Anfang an liest, der wird überrascht sein, wie desillusionierend und realistisch das Bild ist, das Paulus von den Menschen der Welt zeichnet – und zwar von allen: von Frommen und von Gottlosen. Er kommt zum Fazit: Kein Mensch ist nur gut. Da kann er sich noch so sehr anstrengen. 

Menschen können in unterschiedlichen Umständen feindselig sein. Jedem kann es passieren. Tage die aufbrausend, schräg oder unsensibel verlaufen. Eine Whatsapp, eine Antwort die härter ausfällt – auch wenn es gar nicht so gewollt ist. Die Rollen Opfer-Täter können schnell im Alltag wechseln.

Aber wie läuft das jetzt mit dem Miteinander – wie sieht das nun in der Praxis aus?

Wenn möglich, soviel an euch ist, lebt mit allen Menschen in Frieden! (Römer 12,18)

Gott akzeptiert und sieht unsere Situation. Er ist uns nah und hinter diesem fast verwegenen Aufruf steckt etwas Großes. Das er uns und unserem Nächsten geben will.

Wenn möglich, soviel an euch ist, ….

Gott ist gnädig. Er verlangt nichts von mir, was ich nicht leisten kann. Er will keine Selbstaufgabe oder gar Selbstzerstörung, wenn ich Aggressionen von Anderen ausgesetzt bin. Er ist besorgt um uns und um unseren Feind! 

Wenn möglich, soviel an euch ist, ….

Gott ist gnädig, er kennt meinen Hintergrund, meine Möglichkeiten, meinen Wirkungsradius – soviel an mir liegt – Gott verweist auf meine Handlungsfähigkeit, ermuntert mich so weit zu gehen, wie ich kann, motiviert mich zum aktiven Leben. 

Wenn möglich, soviel an euch ist, ….

Gott ist gnädig. Er sichert mir meine eigene Grenze, damit mein Feind seinen Verantwortungsbereich einnehmen kann. Auch für mich gilt, die Grenze meines Feindes nicht zu überschreiten. 

Denn genau das war der Anfang des Konfliktes! Die Tatsache, dass die eigene persönlichen Grenze einfach übertreten wurde, ohne Rücksicht! Mit der Folge, dass Herzen verletzt und hart geworden sind, und am Ende drohen zu brechen.

Die Ermutigung „Lebt mit allen Menschen in Frieden“ richtet sich an unser Herz.

Frieden bedeutet hier nicht das Gegenteil von Krieg. Frieden bedeutet eine gute Beziehung zu haben, zu anderen Menschen, zu sich und zu Gott. Das hebräische Wort schalom bedeutet Frieden im Sinne von „heil sein“ oder „ganz sein.“ 

Mutig sein und trotz allem offen bleiben – leitet Gott uns barmherzig an. 

„Schalom“ – uns allen!

Wenn Corona will, steht (noch) vieles still, Update 105 vom 28.06.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Prädikant Alexander Krause:

Soziale Missstände, Ausbeutung und die Bereicherung der Finanzelite; das sind die Themen, gegen die der Prophet Micha aus Moreschet angepredigt hat. Er sagt: „Weil ihr euch nicht nach den Geboten Gottes richtet, werdet ihr wegen eurer Sünden bestraft werden.“

Das ist die klassische alttestamentliche Theologie des „Tun-Ergehens-Zusammenhangs“. Tust du Gutes, widerfährt dir Gutes. Tust du Böses, widerfährt dir Böses. Gut kann man das Anhang der Hiob-Erzählung nachempfinden.

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Wenn Corona will, steht (noch) vieles still, Update 84 vom 07.06.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Prädikant Alexander Krause:

Trinitatis

Jerónimo Cosida

Dies ist aber der katholische Glaube: Wir verehren den einen Gott in der Dreifaltigkeit und die Dreifaltigkeit in der Einheit, ohne Vermengung der Personen und ohne Trennung der Wesenheit. Eine andere nämlich ist die Person des Vaters, eine andere die des Sohnes, eine andere die des Heiligen Geistes. Aber Vater und Sohn und Heiliger Geist haben nur eine Gottheit, gleiche Herrlichkeit, gleich ewige Majestät. […] Wer daher selig werden will, muss dies von der heiligsten Dreifaltigkeit glauben.

Athanasisches Glaubensbekenntnis
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Wenn Corona will, steht (fast) alles still, Update 35 vom 19.04.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Prädikant Alexander Krause:

Corona macht alles anders. Schulen haben geschlossen, Restaurants sind nicht geöffnet und auch die meisten – nicht „systemrelevanten“ – Geschäfte haben ihre Pforten dichtgemacht. Auch fast alle „unwichtigen“ Veranstaltungen wurden abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Und das hat Folgen: Zum Einen: 700.000 Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet, denn die Auftragsbücher sind leer. Zum Andern: Supermärkte sind überlaufen und Krankenhäuser, Hausärzte und Rettungsdienste bereiten sich auf den großen Crash vor. Und die Medien schließlich sind voll von Hiobs-Botschaften, nicht nur aus Italien, Spanien oder Frankreich, denn das Virus hat uns vollkommen unvorbereitet getroffen. Und das „nur,“ weil einige wenige die Gefahr nicht oder zu spät erkannt und einige wenige andere sie zunächst völlig ignoriert haben.

Aber das wissen Sie längst.

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